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Zitat der Woche:
"Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. "
(Lance Armstrong zu seinem Start bei der Tour de France 2009)
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17.07.2008 - Das war ein Scheiß-Tag, von Anfang bis Ende. Heute morgen, eine halbe Stunde vor dem Start, hats uns kalt erwischt mit der Nachricht, dass nun auch Sportkamerad Ricco die Segel streichen muss. Vermutungen gabs ja schon reichlich, nun ist es Fakt. Einerseits zeigt das einmal mehr, dass die cleveren Kontrollen der Franzosen greifen, dass die Betrüger erwischt werden. Aber eine frohe Kunde ist das natürlich alles wahrlich nicht.
Drei Dopingfälle nun schon wieder bei dieser Tour. Hört das denn nie auf? Diese Typen machen unsere Jobs kaputt. Wie soll man den Zuschauern erklären, dass wir nicht alle gleich sind? Im TV höre ich vorhin einen sagen: "Die sind alle verseucht!" Das ist nicht so, aber ich kann verstehen, dass das von außen inzwischen genau so aussieht. Wir sind froh über jeden, den sie erwischen. Aber andererseits wird mit jedem neuen Fall unser Arbeitsplatz weiter gefährdet. Das belastet mich inzwischen alles sehr.
Fürs Rennen hatte ich eigentlich vor, von Anfang an vorne zu fahren und zu versuchen, in einer größeren Gruppe mitzufahren, falls sich die Gelegenheit ergibt. Zehn Mann oder mehr würden vermutlich durchkommen, dachte ich mir. Aber bei mir ging von Beginn an gar nichts. Ich bin nur dahinten auf Platz 70 mitgefahren. Hat man gute Beine, ist alles leicht. Ich hatte heute keine guten Beine und vor allem hatte ich auch keinen Kopf fürs Rennen. Der erneute Dopingfall ist keine Entschuldigung für ein schwaches Rennen. Aber deprimiert hat mich das alles schon sehr. Normalerweise bin ich immer derjenige im Team, der sagt: "Jungs, nach vorne schauen, lasst uns unseren Job machen." Aber so langsam wirds schwierig, nur nach vorne zu schauen. Ich rollte hinten im Feld durch die hügelige Landschaft.
Rund 20km vor dem Ziel habe ich über Funk signalisiert, dass wir heute besser für Heinrich fahren. Ich habe mich nicht gut gefühlt. Die Beine werden meist im Laufe des Rennens immer besser. Bei mir war das heute nicht so. Ich habe mal zwischendurch ein bisschen getestet im Wind, aber ich bin nur verkrampft, bekam keinen Zug auf die Kette. Da habe ich lieber rechtzeitig Bescheid gegeben, damit Heinrich seine Chance suchen kann. Er fuhr am Ende noch unter die ersten 10, das war okay.
Wir freuen uns heute, dass Seppel nun doch das Bergtrikot bekommt. Ausgerechnet von dem, der es ihm abgenommen hat. Späte Genugtuung, Gerechtigkeit. Wenn Ricco bei der Etappe Seppel nicht eingeholt hätte - mit unlauteren Mitteln, wie wir heute wissen -, wer weiß, dann hätte Seppel vielleicht die Etappe gewonnen. Es gibt nicht nur Betrüger, es gibt auch Betrogene.
Euer Frösi
Traditionell führt Robert Förster auf Radsport News zur Tour de France sein Tagebuch. Der Gerolsteiner-Sprinter, der in diesem Jahr auf seinen ersten Tour-Etappensieg hofft, wird in den nächsten drei Wochen von seinen Erlebnissen auf und neben der Strecke berichten. Traditionell führt Robert Förster auf Radsport News zur Tour de France sein Tagebuch. Der Gerolsteiner-Sprinter, der in diesem Jahr auf seinen ersten Tour-Etappensieg hofft, wird in den nächsten drei Wochen von seinen Erlebnissen auf und neben der Strecke berichten.
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