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24.07.2008 - Dresden (dpa/rsn) - Keine Tour de France, keine Olympischen Spiele - aber Linus Gerdemann hat seinen Optimismus trotz schwerer Verletzung und langer Pause nicht verloren. „Ich schaue nur nach vorn», sagte der Shootingstar des Vorjahres gut gelaunt am Rande der 24. Sachsen-Tour, wo er sein Comeback gibt. Auf der fünftägigen Rundfahrt rollt sich der Münsteraner für die Deutschland Tour im August ein. «Diese Rundfahrt ist für mich in diesem Jahr doppelt interessant. Nach Möglichkeit will ich dort schon wieder auf Klassement fahren», erklärte Gerdemann.
Ausgerechnet im Olympia-Jahr war Aufstieg des 25-Jährigen jäh gestoppt worden. In Folge seines Sturzes im März beim Zeitfahren der Fernfahrt Tirreno-Adriatico, bei dem er sich einen doppelten Beinbruch zuzog, musste Gerdemann auf die Tour de France und die Olympischen Spiele verzichten.
«Ich denke, dass ich Tirreno-Adriatico gewonnen hätte und auch, dass ich eine sehr gute Tour gefahren wäre, aber die Verletzung ist auch ein Erfahrungswert, den man in einer Sportlerkarriere einmal gemacht haben muss», sagte der Columbia-Kapitän.
Sein Wiedereinstieg ins Renngeschehen begann mit Hindernissen: Weil die Lufthansa-Piloten streikten, sein Gepäck dann auch noch verloren ging, musste Gerdemann eine kleine Odyssee bei seiner Anreise aus Frankreich auf sich nehmen, wo er zwei Tage als Experte des ZDF die Tour de France begleitet hatte. «Ich bin halb sechs aufgestanden, war erst vier Stunden vor dem Start da», erzählte Gerdemann übermüdet, aber gut gelaunt. Für den Auftaktsieger der Sachsen-Tour, André Greipel, fuhr er immer wieder die Lücken zu: «Das war ein Comeback nach Maß.»
Auf der eher flachen Rundfahrt, die nur auf dem fünften und letzten Tagesabschnitt größere Anstiege aufweist, will sich Gerdemann aber nicht verstecken: «Ich fahre auf jeden Fall die Sachsen-Tour durch, versuche in Tritt zu kommen. Die 5. Etappe liegt mir dann.“ Vor zwei Jahren kam er auf der traditionellen Schlussrunde durch die Sächsische Schweiz zusammen mit Andy Schleck (CSC-Saxo Bank), der momentan das Weiße Trikot bei der Tour de France trägt, ins Ziel, wurde aber im Fotofinish distanziert. Wenn er sich gut fühlt, will er angreifen: «Es juckt mich, wieder richtig in den Rennsattel zu steigen. Das Bein macht keine Probleme.»
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