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"Ich weiß nicht, ob ich mich daran gewöhnen werde, dass mich die Leute jetzt Sir Chris nennen."
(Der von der Queen zum Ritter geschlagene vierfache Bahn-Olympiasieger Chris Hoy)
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09.08.2008 - Peking (dpa/rsn) - Deutschlands Medaillenhoffnung Stefan Schumacher stieg ausgelaugt und zermürbt vom Rad - das erste Radsport-Gold in der «dicken Luft» von Peking eroberte Samuel Sanchez.
Der Spanier triumphierte beim olympischen Straßenrennen über 245,4 Kilometer nach einem packenden Finale im Sprint einer sechsköpfigen Spitzengruppe. Knapp geschlagen gewann nach dem Kraftakt über 6:23:49 Stunden der Italiener Davide Rebellin an seinem 37. Geburtstag Silber. Hinter dem für den deutschen Gerolsteiner-Rennstall fahrenden Geburtstagskind sicherte sich der Schweizer Fabian Cancellara die Bronzemedaille. Triumphator Sanchez ist der erste Olympiasieger Spaniens im Straßenrennen.
Der Freiburger Fabian Wegmann konnte sich bei dem extrem harten Ausscheidungsrennen noch am längsten im Vorderfeld halten und kam am Ende mit einem Rückstand von zweieinhalb Minuten auf die Spitzengruppe ins Ziel.
Die Vorentscheidung im Rennen fiel erst in der letzten Runde, als sich nach einer Attacke vom Luxemburger Andy Schleck eine fünfköpfige Spitzengruppe, zu der neben dem späteren Sieger Sanchez und Rebellin auch der Russe Alexandr Kolobnev und der Australier Michael Rogers gehörten.
15 Kilometer vor dem Ziel erhöhte Schleck erneut das Tempo. Diesmal konnten nur Rebellin und Sanchez folgen. Zwei Kilometer vor dem Ziel konnten Rogers und Kolobnev, durch die Unterstützung des nach vorne gefahrenen Cancellara wieder zum Spitzentrio aufschließen. Im Sprint des Spitzensextetts hatte Sanchez die schnellsten Beine und verhinderte den großen Triumph von Rebellin an dessen 37. Geburtstag.
Die beiden Topfavoriten Alejandro Valverde (Spanien) und Paolo Bettini (Italien), der in Athen 2004 Gold gewann, gingen leer aus.
Das Rennen begann für die lediglich 143 Starter mit einer Stadtrundfahrt durch das Smog-verdunkelte Peking. Nach dem Startschuss am Platz des Himmlischen Friedens bewegte sich das Feld durch die Innenstadt Richtung Autobahn. Am Straßenrand standen Zehntausende Fähnchen schwingende Zuschauer.
Das Fahrer-Feld kam nur sehr zögerlich in Gang - aus Rücksicht vor den unwirtlichen Witterungsbedingungen - und erlaubte gleich zwei Ausreißern aus Chile und Bolivien den Sprung an die Spitze. Dort hielten die beiden immerhin bis rund 120 Kilometer vor dem Ziel durch, obwohl die Verfolger zum Auftakt selten schneller als 25 Stundenkilometer fuhren. Das schwülheiße Klima und die dicke Luft spielten eine mitentscheidende Rolle: Die Betreuer hatten für die fünf Starter des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) 100 Liter Wasser bereitgestellt.
Team-Betreuer Hans-Michael Holczer hatte vorher bei Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent zu einer zurückhaltenden Renneinteilung geraten: «Es steht einfach weniger Sauerstoff zur Verfügung, darauf muss man reagieren.»
Nach 78,8 Kilometern auf flachem Terrain hatten die Fahrer den 622 Meter hohen Juyongguan-Pass am Fuß der Chinesischen Mauer erreicht. Dort standen vor der imposanten Kulisse zahlreicher Ming-Tempel, die wegen des Smogs nur schemenhaft zu erkennen waren, die entscheidenden sieben Runden über je 23,8 Kilometer mit einer 12 Kilometer langen Steigung pro Durchgang an.
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