Rückkehr in den Radsport offen

Kohl akzeptiert zweijährige Dopingsperre


Bernhard Kohl im Bergtrikot der Tour de France 2008

Foto: ROTH

21.01.2009  |  (sid/rsn) - Bernhard Kohl hat seine zweijährige Dopingsperre akzeptiert und will 2010 mögicherweise einen Neuanfang starten. Zur weiteren Aufklärung des Falls will der Österreicher nicht mehr beitragen, Namen werde er nicht nennen. Das teilte der ehemalige Gerolsteiner-Fahrer in einer Stellungnahme mit.

"Einige Teile der Urteilsbegründung sind zwar für meinen Rechtsanwalt rechtlich nicht nachvollziehbar. Dennoch werde ich auf Rechtsmittel verzichten und das Urteil in seiner mir überlassenen Form akzeptieren", sagte Kohl.

Am 15. Januar hatte der 27-Jährige das schriftliche Urteil von der Nationalen Anti-Doping-Agentur Österreichs erhalten. In Absprache mit seinem Anwalt verzichtet Kohl auf weitere juristische Auseinandersetzungen. Damit ist der Kletterpsezialist bis zum 3. Juli 2010 gesperrt. Kohl war bei Nachuntersuchungen zur Tour de France positiv auf den EPO-Nachfolger CERA getestet worden.

"Ich habe viele Menschen in und außerhalb Österreich schwer enttäuscht. Ich habe mich bereits mehrfach hierfür öffentlich entschuldigt und möchte dies einmal mehr tun", teilte Kohl weiter mit. "Aufgrund meiner Verfehlung steht mir letztlich eine zweijährige Sperre zu. Ich war nicht auf eine kürzere Bestrafung aus, hatte aber gehofft, dass das Strafausmaß für einen geständigen Sportler nicht mit jenem eines leugnenden Sportlers gleichgesetzt wird."

Er werde keine Hintermänner nennen, stellte Kohl klar. "Ich habe stets gesagt, dass ich umfassend von der Beschaffung bis zur Vereinnahme aussagen werde. Dies ist so auch geschehen. Die Benennung der Person, die mir das Dopingpräparat übergab, hätte weder einen Dopingring aufgedeckt, noch ein Doping anderer Sportler zu Tage gebracht. Als Einzeltäter kann ich nichts erfinden, was nicht gewesen war", sagte Kohl, der nach eigener Aussage auch kein Schweigegeld erhalten hat.

Eine Rückkehr in den Radsport ist für Kohl vorstellbar. Bis zum Ablauf der Sperre werde er sich fit halten. "Fakt ist aber auch, dass ich mit meinen 27 Jahren noch ein komplettes Berufsleben vor mir habe und meine finanziellen Rücklagen es nicht erlauben, eineinhalb Jahre nur zu trainieren", sagte der gelernte Schornsteinfeger. Er werde in den nächsten Wochen versuchen, in ein geregeltes Berufsleben einzusteigen.

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