Profi-Radsport

"Meine Kondition ist gut"

Armstrong vorsichtig mit Prognosen

01.07.2009 - Monte Carlo (dpa) - Lance Armstrong (Astana) baut vor. Zwei Tage vor dem Start der 96. Tour de France in Monte Carlo redet der siebenfache Toursieger nur zaghaft vom achten Erfolg beim schwersten Etappenrennen der Welt.

"Im Dezember, Januar dachte ich, es wird einfacher. Vielleicht ist es jetzt komplizierter wegen meines Sturzes im März oder weil ich eben älter geworden bin", sagte der 37-jährige Texaner, der vier Jahre nach seinem Rücktritt wieder am Start der Frankreich-Rundfahrt steht. "Ich kann nicht sagen, ob ich gewinnen kann, aber diejenigen, die mir Rang zehn prognostizieren, werden sich verdammt täuschen", erklärte der Armstrong, der seinen Teamkollegen Alberto Contador - vorerst - als uneingeschränkten Kapitän anerkennt.

"Aus Respekt vor ihm und vor dem Team wird es eine Freude für mich sein, ihn zu unterstützen. Seine Beine sind elf Jahre jünger und er ist hungrig auf den Sieg", sagte der prominente Rückkehrer, der im Rennen um den Altersrekord bei der diesjährigen Tour nicht Platz eins drei belegt: Den hat der 40-jährige Spanier Inigo Cuesta (Cervélo TestTeam) inne. Der Belgier Firmin Lambot (36) ist der älteste Toursieger. Er gewann 1922.

Viel von der tatsächlichen Rollenverteilung im wahrscheinlich stärksten Team der Tour wird vom ersten Tag abhängen. Der verwinkelte Kurs des 15,5 Kilometer langen Zeitfahrens auf Teilen des Formel I-Kurses von Monte Carlo dürfte sowohl Armstrong als auch Contador liegen. Der Spanier hat als frisch gekürter Landesmeister im Kampf gegen die Uhr seine alte Schwäche im Zeitfahren wohl endgültig überwunden. Auf jeden Fall wird Contador, Toursieger von 2007 und Giro- und Vuelta-Gewinner von 2008, am Samstag mit der Nummer eins im Team an den Start gehen und damit auch nach außen dokumentieren, wer der Chef bei Astana ist. Die Tour-Startnummer eins trägt sein Landsmann, Titelverteidiger Carlos Sastre (Cervélo TestTeam).

Das Alter beschäftigt Armstrong, der sich vergangenen September nach dreieinhalb Jahren Pause zum Comeback entschloss, und vort einigen Tagen einige der Alpenpässe der diesjährigen Tour abfuhr. "Wir haben 2009, nicht 2004, 2005 oder 2001", sagte er und spielte damit auf seine Glanzjahre als unumschränkter und respektierter Toursieger an, an dem die Dopingverdächtigungen noch allesamt abperlten. "Meine Kondition ist gut", sagte der Zwölfte des vergangenen Giro d`Italia, dem Ambitionen nachgesagt werden, in die große Politik einzusteigen, wenn sich bei ihm nicht mehr alles um das Gelbe Trikot dreht.

"Armstrong kommt nicht unter die ersten drei", legte sich dagegen Milram-Sportchef Christian Henn fest. Der Heidelberger ist als Telekom-Profi Ende der neunziger Jahre noch gegen Armstrong gefahren.

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