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Rabobank-Profi Grischa Niermann erklärt, wie er sein Rad gegen den Winter wappnet. [weiter]
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04.07.2009 - (sid/rsn) - Der Champagner auf den Luxusschiffen ist kalt gestellt, die Millionäre haben ihre Balkone hergerichtet, und das Starterfeld ist nach dem juristischen Triumph von Kokser Tom Boonen (Quick Step) komplett: Das Fürstentum Monaco ist für "Le Grand Depart" der 96. Tour de France gerüstet. Nach tagelangen Diskussionen über neue Dopingskandale und juristische Spitzfindigkeiten drehen sich ab Samstag die Räder. Auf dem Programm steht das 15,5km lange Auftaktzeitfahren auf dem Formel-1-Kurs.
Im Mittelpunkt steht Lance Armstrong (Astana), der nach 1441 Tagen sein Comeback gibt. Wo der siebenmalige Toursieger auftaucht, bricht schlagartig ein Blitzlichtgewitter los. Der Texaner bestimmt wie ein Showstar die Schlagzeilen. Sportlich muss er seine Tauglichkeit in den kommenden drei Wochen und auf den 3459,5km bis nach Paris aber erst noch beweisen.
Die Experten sind sich uneinig über den Leistungsstand des Rückkehrers. Armstrong selbst wäre über eine Platzierung in den Top 3 oder Top 5 bereits glücklich, der fünfmalige Toursieger Bernard Hinault hofft derweil, dass ihm Alberto Contador "eine verpassen wird".
Die ersten 15,5km dürften bereits einen ersten Hinweis auf die Leistungsstärke der Favoriten geben. "In Monaco kann noch keiner die Tour gewinnen, wohl aber verlieren. Das wird ein aufregendes Zeitfahren werden", prophezeit Tour-Chef Christian Prudhomme.
Bevor der Sport im Mittelpunkt stand, musste Prudhomme aber eine schwere juristische Schlappe verdauen. Das Sportgericht des Nationalen Olympischen Komitees von Frankreich CNOSF gab dem Einspruch Boonens gegen seine Tour-Ausladung statt. Nachdem der 28 Jahre alte Belgier im April bereits zum dritten Mal Kokainkonsum nachgewiesen worden war, hatte der Tour-Organisator ASO den dreifachen Paris-Roubaix-Gewinner ausgeladen. Um eine Dopingsperre war Boonen nur deshalb herumgekommen, weil es sich um keine Wettkampfkontrollen gehandelt hatte.
Boonen dürfte im Kampf gegen die Uhr noch nicht in Erscheinung treten. Dafür ist der Kurs, der in der ersten Hälfte vom Yachthafen bis auf 200 Meter Höhe ansteigt, zu schwer. Das gilt wohl auch für Zeitfahrweltmeister Bert Grabsch (Columbia-HTC): "Da habe ich keine Chance. Auf diesem Parcours kann man schnell eine Minute verlieren", sagte der 34-Jährige, der vor Wochenfrist zum drittenmal in Folge Deutscher Meister in seiner Spezialdisziplin geworden war.
Nach dem Anstieg bis zur Hälfte des Rennens steht eine rasende Abfahrt durch die engen Gassen des Fürstentums an. Die anspruchsvolle Streckeas könnte durchaus Grabschs teamkollegen Tony Martin entgegenkommen. "Von Platz 5 bis 15 ist wohl alles drin", sagte der 24 Jahre alte Eschborner, der aber gute Aussichten auf das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis hat: "Ich würde es gerne mal tragen." Die Chancen stehen gut, sein größter Rivale Andy Schleck (Saxo Bank) gehört im Kampf gegen die Uhr nicht zu den Besten.
Martin hatte jüngst bei der Tour de Suisse mit seinem Etappensieg bei der Bergankunft in Crans Montana, seinem zweiten Gesamtrang und dem Gewinn des Bergtrikots für Furore gesorgt. Bei der Tour will er aber eigene Ansprüche zurückstellen. "Ich bin da, um unseren Kapitänen zu helfen", sagte der Allrounder und lehnte Vergleiche mit Jan Ullrich ab: "Das ehrt mich zwar, aber Jan ist in seiner Entwicklung schon viel weiter gewesen. Ich will meine eigene Geschichte schreiben."
Martin sieht beim Auftaktzeitfahren Alberto Contador (Astana) in der Favoritenrolle. Der dürfte es aber gegen Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara (Saxo Bank) schwer haben, der nach einem desaströsen Frühjahr zuletzt bei der Tour de Suisse seine Widerauferstehung feierte: "Wir wollen mit Fabian das Gelbe Trikot holen. Die Chancen sind sehr gut", lautete denn auch wenig überraschend die klare Ansage von Saxo Bank-Teamchef Bjarne Riis.