Profi-Radsport

IOC hat Verfahren abgeschlossen

Ullrich darf Olympiamedaillen von Sydney behalten

08.02.2010 - (sid/rsn) - Jan Ullrich darf seine olympischen Gold- und Silbermedaillen von Sydney 2000 wohl endgültig behalten. "Das Verfahren ist beendet. Es kann nur noch einmal aufgenommen werden, wenn neue Beweise gegen ihn vorliegen. Aber das zeichnet sich nicht ab", sagte Kommunikations-Direktor Mark Adams vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach der Tagung der 15-köpfigen Exekutive vor dem Auftakt der Winterspiele (12. - 28. Februar) in Vancouver.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach war schon zuvor klar gewesen, dass die 2000 Seiten umfassenden Unterlagen des Bundeskriminalamtes keine neuen Indizien enthalten. "Sie geben nichts her in der Frage, was 2000 war. Nach wie vor wissen wir nicht, was die Spanier noch an zusätzlichen Akten haben. Sie scheinen ja nicht gewillt, sie herauszugeben", meinte Bach mit Hinweis auf entscheidende Dokumente aus der "Operacion Puerto" um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes, deren Herausgabe die spanischen Behörden nach wie vor verweigern.

Laut Bach betreffen alle Ergebnisse des BKA, die den Untersuchungsbericht der Uni Freiburg enthielten, die Zeit vor dem Jahr 2000. Aus dem Zeitraum danach gibt es keine Indizien dafür, dass der ehemalige Telekom-Profi bei Olympia auf dem Weg zu Gold (Straße) und Silber (Zeitfahren) gedopt haben könnte.

Auch die wenigen Unterlagen aus dem Besitz von Fuentes, die ausgewertet werden konnten, halfen der IOC-Disziplinarkommission nicht weiter. Sie betrafen nur den Zeitraum 2003 bis 2006, in dem der Tour-de-France-Sieger von 1997 mehr als 20-mal von Fuentes behandelt worden war. Über Zahlungen, die Ullrich an den Dopingarzt leistete, liegen Dokumente vor.

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