US-Amerikaner beendet seine Karriere

Floyd Landis gibt auf


Floyd Landis Foto: ROTH

18.01.2011  |  (sid/rsn) - Floyd Landis hat seine Profikarriere mit sofortiger Wirkung beendet. Der US-Amerikaner zeigte sich frustriert über das inkonsequente Vorgehen gegen verbotene Substanzen. "Ich bin ziemlich sicher, dass dieser Sport nicht zu retten ist. Aber das ist nicht mehr mein Kampf", sagte Landis espn.com.

Der 35-Jährige ist seit seinem Dopinggeständnis im Mai 2010 arbeitslos und gab die vergebliche Suche nach einem Team als Grund für seinen Rücktritt an. Im November war er als Gastfahrer bei der zweitklassig besetzten Tour of Southland in Neuseeland gestartet. "Ich höre nicht auf, weil ich verbittert bin", meinte Landis. "Ich habe fünf Jahre versucht, wieder einen Status zu erreichen, den ich eigentlich gar nicht mehr erreichen kann. Und das verursacht mehr Stress, als es wert ist."

Landis fuhr bis Mai für das US-Continental-Team Bahati Foundation. Der drittklassige Rennstall beendete jedoch nach dem Geständnis die Zusammenarbeit. Mit seinen Berichten über umfassendes Doping im früheren Team US Postal brachte Landis den Stein zu Ermittlungen gegen den siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong ins Rollen. Noch ist nicht entschieden, ob in den USA Anklage erhoben und ein Verfahren eröffnet wird.

Nach drei Jahren als Armstrongs Edelhelfer war Landis Ende 2004 zum Schweizer Phonak-Team gewechselt und hatte 2006 die Tour de France gewonnen. Nach einem schweren Einbruch – als Gesamtführender - auf der 16. Etappe gewann der Phonak-Kapitän tags darauf in furioser Manier als Solist das Teilstück mit Bergankunft in Morzine und übernahm auf der 19. Etappe wieder das Gelbe Trikot, das er bis Paris verteidigte. Nach seinem Husarenritt auf der 17. Etappe wurde Landis allerdings positiv auf Testosteron getestet und schließlich gesperrt. Der Toursieg wurde ihm später aberkannt.

Landis leugnete jahrelang Doping und gab sein gesamtes Vermögen sowie geschätzte zwei Millionen US-Dollar an Spenden für Verfahren aus, die er letztlich alle verlor. Er wurde zudem verdächtigt, einen Computer-Hacker beauftragt zu haben, in die Rechner des französischen Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry einzudringen und interne Dokumente für seine Verfahren zu stehlen. Das Labor stellte daraufhin Strafanzeige, das Verfahren steht noch aus.

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