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10.06.2012 - Moskau (dpa) - Überraschungssieg für Moritz Milatz, Enttäuschung für Sabine Spitz trotz Bronze: Die deutschen Mountainbiker haben bei den Europameisterschaften in Moskau für Aufsehen gesorgt.
Der Freiburger Moritz Milatz kam zum Abschluss der Titelkämpfe zum Sieg und holte damit den ersten internationalen Titel für die deutschen Männer in dieser Disziplin des Radsports. Der deutsche Meister setzte sich nach 26,99 Kilometern im Sprint vor dem Spanier José Mantecon Gutierrez und dem Schweizer Ralph Näf durch. «Es ist unglaublich, ich kann es noch gar nicht realisieren», meinte Milatz im Ziel. Auf vom Regen aufgeweichter Piste hatte er sich mit Gutierrez ein faszinierendes Duell geliefert. In den Laufpassagen war Milatz klar der Stärkste, doch auch auf dem Bike war er schnell und arbeitete sich unterwegs einen Vorsprung von 20 Sekunden heraus.
Dann aber kam die Sonne heraus und veränderte die Bedingungen. «Da hatte ich bei der Abfahrt Schwierigkeiten und bin dreimal gestürzt. Deshalb bin ich vorsichtiger geworden», berichtete der Überraschungssieger, der den Spanier zunächst ziehen lassen musste, sich aufschließend aber wieder herankämpfte und auf der Zielgeraden noch an Gutierrez vorbeischoss.
Olympiasiegerin Sabine Spitz kam im Alter von 40 Jahren zu ihrer achten EM-Medaille und unterstrich, dass auch in London noch einmal mit ihr zu rechnen sein wird. Mit 1:12 Minuten Rückstand auf die neue und alte Titelträgerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa aus Norwegen fuhr die deutsche Meisterin bei strömendem Regen nur eine Sekunde hinter der Schweizerin Esther Süss ins Ziel. Nach drei Titeln und einmal Silber war es zum viertenmal EM-Rang drei für die beste deutsche Mountainbikerin, die sich nicht so recht über Bronze freuen konnte.
Bei heftigem Regen zu Beginn des Rennens über 22,51 Kilometer hatte Spitz die richtigen Reifen gewählt, aber in den letzten beiden Runden spielten die Bremsen nicht mehr mit. Im Duell mit der Schweizerin verlor die Olympiasiegerin von Peking daher die schon sicher geglaubte Silbermedaille.
«In der Abfahrt war ich ohne Bremse chancenlos. Ich musste teilweise mit dem Fuß abbremsen. Eigentlich wäre ich mit Bronze zufrieden. Aber wenn man so Silber verliert, natürlich weniger», sagte Sabine Spitz enttäuscht. Angesichts dieser Umstände sei sie aber mit ihrer Leistung zufrieden. «Das gibt mir mit Blick auf die Olympischen Spiele Rückenwind», sagte Spitz nach ihrer ersten internationalen Cross-Country-Medaille seit 2009.