Als Helfer unentbehrlich

Knees ist bei der Tour Wiggins´ Bodyguard

Foto zu dem Text "Knees ist bei der Tour Wiggins´ Bodyguard "
Der Tour-Favorit und sein Bodyguard: Bradley Wiggins und Christian Knees beim Criterium du Dauphiné | Foto: ROTH

25.06.2012  |  (rsn) – Er hat’s wieder geschafft: Zum siebten Mal in Folge wird Christian Knees bei der Tour de France am Start stehen, die am Samstag mit einem Prolog in Lüttich beginnt. Im mit Stars gespickten Sky-Team um hat sich der 31 Jahre alte Rheinbacher als zuverlässiger Helfer unentbehrlich gemacht.

Mehr als das – Knees gilt als „Bodyguard“ von Kapitän Bradley Wiggins, der allgemein als großer Tour-Favorit gehandelt wird. „Ich werde die Arbeit leisten, die man in den TV-Übertragungen oftmals nicht so mitbekommt: Bradley aus dem Wind halten und so lange wie möglich bei ihm bleiben – auch wenn er Defekt hat oder mal ‚austreten’ muss“, beschrieb der Deutsche Meister von 2010 im Gespräch mit Radsport News seine Aufgaben bei der 99. Tour de France. „Schon beim Critérium du Dauphiné habe ich mich zu 100 Prozent für Bradley eingesetzt und ich denke, das hat letztlich auch den Ausschlag für meine Nominierung geben.“

Dabei war der Konkurrenzkampf im britischen WorldTour-Team in diesem Jahr besonders hart, nachdem die Teamleitung den Kader durch zahlreiche hochklassige Neuzugänge verstärkt hat: etwa durch Weltmeister Mark Cavendish und dessen Edelhelfer Bernhard Eisel, aber auch durch Rundfahrtspezialisten wie den Weißrussen Konstantin Siutsou oder den Australier Richie Porte. Aller vier stehen im Tour-Aufgebot - aber eben auch Knees, der eingestand, dass „es dieses Jahr viel schwerer war, sich für die Tour-Aufgebot zu qualifizieren.“

Eigenen Ambitionen wird der einzige Deutsche im Sky-Team kaum widmen können – trotzdem hat Knees ein ganz großes Ziel vor Augen. „Ich will mit dazu beitragen, dass Bradley die Tour gewinnt“, kündigte er an. „Angesichts von 100 Zeitfahrkilometern hat er dieses Jahr eine Riesenchance auf das Gelbe Trikot. Er hat sich ganz gezielt darauf vorbereitet und ist auch noch unglaublich motiviert.“

Der Traum vom Tour-Etappensieg ist zwar nicht ganz ausgeträumt. Knees: „Sollte ich mal in einer Ausreißergruppe dabei sein, dann werde ich natürlich auch um den Sieg sprinten - aber ich gehe eben nur in Gruppen, wenn es die Team-Taktik erfordern sollte“, schränkte er ein.

Neben seiner Hauptaufgabe als Wiggins’ „persönlicher Assistent“ wird Knees aber auch Cavendish unterstützen – quasi in einer Nebenbeschäftigung. „Auf den Flachetappen werde ich auch mal auf den letzten 25 Kilometern ganz vorne fahren, um Bradley unter den besten 20 zu positionieren; dann kann sich Mark auch hinter uns einspannen und davon profitieren“, erklärte der Sky-Profi, der Wiggins und Titelverteidiger Cadel Evans (BMC) als die Top-Favoriten der diesjährigen Tour nannte.

„Hinter den beiden gibt es eine Gruppe von vielleicht zehn Fahrern, die den erweiterten Favoritenkreis bilden; dazu zählen für mich Voeckler und Rolland, Nibali, aber auch Tony Martin“, sagte Knees. „Er war im Zeitfahren der Dauphiné schon sehr gut, hat aber in den Bergen Zeit verloren. Ich weiß nicht, wie sehr er noch mit den Folgen seines Sturzes zu kämpfen hat, aber es würde mich freuen, wenn er auch bei der Tour unter die besten zehn oder sogar die besten Fünf des Gesamtklassements fahren könnte. Das wäre prima für den deutschen Radsport.“

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