WADA-Generaldirektor wundert sich über nichts mehr

Howmann: "Viele Fahrer und Ärzte in Padua-Fall verwickelt"


Michele Ferrari (Archivilbd) | Foto: ROTH

22.11.2012  |  (rsn) - David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, rechnet damit, dass die von der Staatsanwaltschaft von Padua gegen den Sportmediziner Michele Ferrari geführten Ermittlungen weitreichende Folgen haben werden.

„Ich weiß, dass die Richter in Padua den Fall in Kürze abschließen und dass viele weitere Fahrer und Ärzte darin verwickelt sind“, sagte der Kanadier der Sportzeitung L’Equipe. In diesem Fall sei die WADA nach Howmans Angaben Partei und habe deshalb Zugang zu den Unterlagen erhalten.

Wegen verbotener Kontakte zu Ferrari wurde im Sommer bereits Filippo Pozzato (Farnese Vini) vom Nationalen Olympischen Komitee von Italien CONI zu einer dreimonatigen Sperre verurteilt. Dasselbe Strafmaß fordert das CONI gegen Michele Scarponi (Lampre-ISD) und Giovanni Visconti (Movistar), die ebenfalls zu Ferraris Kunden zählten.

In ihren Untersuchungen gegen Lance Armstrong, der jahrelang mit Ferrari zusammen gearbeitet hatte, konnte die US-Anti-Doping-Agentur USADA auch auf Material aus der laufenden Padua-Untersuchung zugreifen. Armstrong wurde schließlich ebenso wie sein langjähriger Teamchef Johan Bruyneel wegen Dopings lebenslang gesperrt. Während der Texaner auf einen Einspruch gegen das Urteil verzichtete, nutzt Bruyneel diese Möglichkeit und wird nach jetzigem Stand vor einem Schiedsgericht die Entscheidung anfechten. Dort müsste der 48-jährige Belgier allerdings unter Eid aussagen.

Auf die Frage, ob Bruyneel mit einer möglichen Aussage auch den Ruf des Radsport-Weltverbandes UCI weiter beschädigen könnte, antwortete Howman: „Ich weiß es nicht, aber es überrascht mich in dieser Angelegenheit nichts mehr.“

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