Freiburger Salzinger auf Teamsuche

Auch Atlas Personal-Jakroo wird aufgelöst

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Florian Salzinger (Atlas Personal-Jakroo) | Foto: ROTH

20.11.2013  |  (rsn) - Mit dem Schweizer Continental-Rennstall Atlas Personal - Jakroo wird zum Jahresende ein weiteres Team aufgelöst. Dies bestätigte Florian Salzinger, Fahrer und rechte Hand von Teamchef Ueli Schumacher, gegenüber radsport-news.com.

Viele Mannschaften mussten aufgrund fehlender Sponsoren aufgeben. Nicht so Atlas Personal - Jakroo, auch wenn hier letztlich die Finanzen eine große Rolle spielten. „Nach sieben Jahren im Continental-Bereich hat sich zur Mitte des Jahres die Frage gestellt, ob eine Weiterarbeit noch sinnvoll ist. Viele Rennveranstalter laden zwar Conti-Teams zu ihren Rennen ein, aber man muss fast die kompletten Kosten selbst tragen“, erklärte Salzinger.

Da es immer schwerer wurde, die Balance zwischen einem guten Rennprogramm und kontrollierbaren Kosten zu finden, habe man sich letztlich dazu entschieden, das Team nicht mehr weiter zu führen.

„Es gab zwar zumindest noch Gespräche über die Fusion mit einem anderen Team. Aber aus Zeitgründen mussten wir letztlich absagen“, so der Freiburger, der seit 2009 für das Atlas-Team aktiv war. In den vergangenen Jahren war Salzinger aber auch zunehmend in die Organisation eingebunden und war schließlich unter anderem für das Rennprogramm und die Sponsorensuche verantwortlich.

Im Gegensatz zu seinen Mannschaftskollegen Giorgio Brambilla (zu Veranclassics-Doltcini) und Maksym Averin (zu Synergy Baku Cycling Project) sind Salzinger und andere Fahrer noch nicht bei anderen Mannschaften untergekommen. „Es ist nicht gerade einfach, ein neues Continental-Team zu finden, denn es ist spät im Jahr und viele gute Teams haben ihre Planungen schon früh abgeschlossen.“, so der 30-Jährige, der „noch mit einer Handvoll Teams" in Kontakt steht.

Aufhören möchte Salzinger nach einer von Tiefschlägen geprägten Saison aber nicht. „Mein Ehrgeiz verlangt nach einem ordentlichen Abschied und daher möchte ich die Saison 2014 noch bestreiten“, ergänzte er. Im Frühjahr musste der Allrounder einen Todesfall in der Familie verkraften und konnte deshalb auch nur unregelmäßig Rennen fahren.

„Nach einem Neuaufbau und der Tour of Qinghai Lake im Juli lief es dann endlich wieder gut. Nur leider habe ich mir dann bei einem schweren Trainingssturz die Mittelhand gebrochen und konnte nach der darauffolgenden OP und der anstehenden Behandlung dieses Jahr gar keine Rennen mehr fahren“, erklärte Salzinger, warum man ihn 2013 vergeblich in den Ergebnislisten suchte.

Sollte es zu keiner Einigung mit einem anderen Team kommen, hat Salzinger immerhin mehrere Alternativen parat. „Momentan arbeite ich auf einer halben Stelle im Sportinternat des Olympiastützpunkts in Freiburg und habe mich für den gehobenen Polizei - und Zolldienst beworben. Da absolviere ich jetzt die entsprechenden Einstellungsstests. Und außerdem habe ich noch ein Soziologie/Geografie-Studium in der Hinterhand, das ich während meiner Zeit im Profiradsport absolviert habe“, erläuterte Salzinger.

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