Der große rsn-Gravelbike-Test

Open U.P.: Mehr Rad braucht man nicht...

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Open U.P.: Mehr Rad braucht man nicht... "
Andy Kessler auf dem U.P. | Foto: Open Cycle AG/ Marc Gasch

03.03.2018  |  Im Jahr 2012 starteten Gerard Vroomen und Andy Kessler in Basel ihr Projekt "Open Cycles". Vroomen, Gründer von Cervélo, und Kessler, langjähriger Geschäftsführer von BMC, wollten endlich ein Rad bauen, das genau ihren Ansprüchen entsprach - das hieß vor allem, dass es auf allen Untergründen bestens läuft.

Die Bikes sollten dazu die Möglichkeit bieten, je nach Bedarf

28-Zoll-Laufräder mit Straßen- oder Cross-Reifen, oder auch 27,5- Zoll-Laufräder mit bis zu 2,1 Zoll breiten MTB-Reifen zu montieren, und die Laufräder ohne Anpassung tauschen zu können.

Als erstes Rad entstand das U.P., die Abkürzung für "Unbeaten Path“, übersetzt „abseits ausgetretener Pfade“ – und nicht nur dafür ist das Bike in der Tat bestens geeignet. „Das U.P. erreicht mit seiner cleveren Konstruktion ein gutes Gleichgewicht zwischen Steifigkeit, Performance, Komfort und Reifenfreiheit“, sagt Andy Kessler. Dem kann man nur zustimmen, soviel vorweg.

Das auf der vergangenen Eurobike präsentierte neue U.P.
hat dieselbe Geometrie und Reifenfreiheit wie das im Frühjahr 2017 vorgestellte Top-Modell U.P.P.E.R., ist aber mit günstigerem Carbon verarbeitet, was sich in rund 200 Gramm Mehrgewicht beim Rahmen niederschlägt. Die „U-Turn“-Carbon-Gabel, mit neuen, besser zu händelnden Steckachsen, ist die gleiche.

Auch die „preiswertere“ Version wiegt gerade mal 7,7 Kilo – eine bei Gravelbikes seltene Gewichtsklasse, was sich sofort mit einer sensationellen Beschleunigung bemerkbar macht, die auch am Berg kaum nachlässt. Der 1×11-Sram-Antrieb hat eine gute Bandbreite, die Gangsprünge sind naturgemäß etwas groß. Solange man nicht in steilem Gelände unterwegs ist, reichen die elf Gänge durchaus.

Als altem Rennradler ist mir sofort aufgefallen, dass das U.P.,
in Kombination mit der ausgefeilten Geometrie, alle Vorteile eines Rennlenkers aufs Beste zeigt: Am Oberlenker sitzt man entspannt, auf den Bremsgriffen ist man schon flotter unterwegs, und unten ist Speed angesagt. Der sogenannte Flare des Unterlenkers, die leichte Biegung nach außen, sorgt dabei für mehr Sicherheit im Gelände, da man so schneller umgreifen kann.

rsn-Bewertung: Nicht nur abseits ausgetretener Pfade macht das U.P. so richtig Spaß. Gewicht, Fahreigenschaften, Design und Ausstattung sind bestens. Ob Asphalt, Schotter oder Trail, Einsteiger oder Profi – ein tolles Bike für alle/s. Mehr Rad braucht man/ frau nicht...

Die Daten
Größen: 52, 54, 56, 58 cm
Gewicht: 7,7 kg (mit Pedalen)
Zulässiges Gesamtgewicht: 136 kg 
Rahmen: Open Carbon
Gabel: Open U-Turn Carbon
Schaltung: Sram Force 1 x 11
Schalthebel: Sram Force
Kurbel: Easton EC90 SL Carbon
Übersetzung v/ h: 42 Z/ 10 - 42 Z.
Naben: Easton XSCL
Felgen: Easton EA70 SL
Reifen: Schwalbe G-One Allround, 40 mm
Bremsen: Sram Force, hydr. Scheibenbremsen, 160/ 160 mm
Vorbau: 3T ARX II
Lenker: Easton EC70 AX Carbon
Sattelstütze: Easton EC90 Carbon
Sattel: Fizik Arione
Preis: 3200 Euro (Rahmen-Set)
Sonstiges: viele Gewindeösen, Steckachsen v, h

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Weitere Informationen

Open Cycle AG

E-Mail: info@opencycle.com
Internet: www.opencycle.com

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  • Tour de Kärnten (AUT, 19.05.)
  • Mecklenburger Seen-Runde (GER, 25.05.)
  • Schleck Granfondo (LUX, 26.05.)
  • Amadé Rad-Marathon (AUT, 27.05.)
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