Stehen Verjährungsfristen im Weg?

WADA kennt Namen der Fuentes-Kunden - Veröffentlichung offen


| Foto: Cor Vos

16.02.2017  |  (rsn) - Werden demnächst die Namen all derjenigen Athleten bekannt gegeben, deren Blutbeutel beim Madrider Dopingarzt Eufemiano Fuentes lagerten und die im Rahmen der Operacion Puerto der Gegenstand jahrelanger juristischer Auseinandersetzungen waren? Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA jedenfalls hat nach Angaben ihres Generaldirektors David Howman die Identitäten der Sportler festgestellt und will nun von ihren Juristen prüfen lassen, ob eine Veröffentlichung der Namen im Einklang mit den WADA-Statuten steht.

Das Problem dabei scheint zu sein, dass die Verjährungsfrist nach dem WADA-Code 2014 ausgelaufen ist und sich nun die Frage stellt, ob damit auch die Namen geheim gehalten werden müssen.

Die WADA erhielt nach einem erfolgreichen Prozess vor dem Madrider Berufungsgericht im vergangenen Juni insgesamt 211 Blutbeutel aus der seit 2006 laufenden Operacion Puerto, die nach einem vorausgegangenen Gerichtsurteil hätten vernichtet werden sollen. Das WADA-Labor in Lausanne überprüfte die Beweismittel und konnte die Blutbeutel offensichtlich Sportlern zuordnen.

Aus rechtlichen Bedenken heraus wurden deren Namen bisher aber noch nicht veröffentlicht. Insgesamt sollen 36 Sportler betroffen sein, bisher wurden allerdings nur Namen von Radprofis bekannt, wie etwa Jan Ullrich, Ivan Basso oder die noch aktiven Michele Scarponi und Alejandro Valverde - die für ihre Verbindungen zu Fuentes auch bestraft wurden.

„Das ist kein einfacher Vorgang. Operation Puerto hat der WADA und den sauberen Athleten viel Frust verursacht“, sagte Howman bei einem Symposium in Madrid der Sportzeitung „AS“. Der Frust dürfte nicht geringer werden angesichts der Tatsache, dass Fuentes’ frühere Kunden nach dem WADA-Code keine Sperren mehr zu befürchten hätten. "So viele Leute in der ganzen Welt wollen die Namen der darin Verwickelten wissen. Es gibt aber juristische Probleme im Umgang damit. Da die Verjährungsfrist abgelaufen ist, gibt es keine Möglichkeit, eine Strafe zu verhängen”, erklärte Howman.

Der WADA-Chef selber würde sich einen anderen Ausgang des Skandals wünschen, der vor allem die Radsportwelt ein Jahrzehnt in Atem hielt. „Es ist klar, dass diese Geschichte [….] kein ideales Ende haben kann, aber das liegt nicht in meinen Händen. Ich respektiere die Entscheidungen der Richter, der WADA und der beteiligten Parteien, auch wenn es schwer ist, sie zu akzeptieren“, sagte Howman.

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