Entscheidung in der "Operacion Puerto"

Fuentes freigesprochen, Blutbeutel freigegeben

Foto zu dem Text "Fuentes freigesprochen, Blutbeutel freigegeben"

Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes verlässt im Juli 2006 das Gericht in Madrid.

14.06.2016  |  (rsn) – Zehn Jahre nach der "Operation Puerto“ sind die Hauptbeschuldigten des Doping-Skandals laut spanischen Medienberichten von einem Madrider Berufungsgericht freigesprochen worden.

Zugleich ordnete das Provinzial-Gericht der spanischen Hauptstadt aber an, dass die im Zuge der Ermittlungen gegen den Gynäkologen Eufemiano Fuentes sichergestellten 211 Blut- und Plasmabeutel zum Zwecke weiterer Untersuchungen an den Spanischen Radsportverband, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, den Radsport-Weltverband UCI sowie an das Italienische Olympische Komitee ausgehändigt werden könnten.

Fuentes, der sich wie seine Schwester Yolanda Fuentes, der ehemalige ONCE-Teamchef Manolo Saiz und Sportdirektor Vicente Belda wegen Verstößen gegen die öffentliche Gesundheit verantworten musste, wurde wie die drei anderen beschuldigten auch von den Vorwürfen freigesprochen. Zum Zeitpunkt der damaligen Untersuchungen gab es in Spanien noch kein Anti-Dopinggesetz, nach dem Fuentes, in dessen Madrider Geschäftsräumen die Guardia Civil im Sommer 2006 die Blutbeutel sicherstellte, hätte abgeurteilt werden können.

Die 211 Beweismittel sollen nicht nur von Radsportlern, sondern auch von Athleten anderer Sportarten stammen. Bisher wurden nur allerdings einige Rad-Profis wie Jan Ullrich, Jörg Jacksche, Ivan Basso und Alejandro Valverde des Dopings überführt und gesperrt. Trotz der Entscheidung des Madrider Gerichts bleibt es fraglich, ob die Namen weiterer Dopingverdächtiger bekannt werden; noch weniger wahrscheinlich ist, dass sie aufgrund unterschiedlicher Verjährungsfristen Strafen zu befürchten haben.

In einem ersten Verfahren Anfang 2013 war Fuentes zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und 4500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Zudem erhielt er vier Jahren Berufsverbot. Das damalige Gericht hatte zudem angeordnet, dass die 211 Blutbeutel aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes größtenteils vernichtet werden sollten. Das Berufungsgericht entschied nun in beiden Punkten anders.

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