Bahn-EM in Berlin

Welte holt Zeitfahr-Gold vor Grabosch

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Silber und Gold gab es für Pauline Grabosch (li.) und Miriam Welte bei der Bahn-EM im 500-Meter-Zeitfahren. | Foto: Cor Vos

20.10.2017  |  Berlin (dpa) - Miriam Welte schaute mit bangem Blick auf die Anzeigetafel, dann stieß sie einen Schrei der Erleichterung aus und machte einige Freudensprünge im Innenraum. Mit einem Tag Verspätung hat sich die Teamsprint-Olympiasiegerin von London doch noch zur Europameisterin gekrönt.

Die 30-jährige holte sich bei der EM im Berliner Velodrome den Sieg im 500-Meter-Zeitfahren, nachdem es am Vortag nicht zum erhofften Titelgewinn im Teamsprint gereicht hatte. Pauline Grabosch sorgte mit Platz zwei gar für einen deutschen Doppelerfolg.

Für das deutsche Team war es am zweiten Wettkampftag der erste EM-Titel, nachdem am Donnerstag im Teamsprint der Männer und Frauen zwei Silbermedaillen herausgesprungen waren. Insbesondere bei Welte und Kristina Vogel hatte der zweite Platz nicht gerade große Freude ausgelöst, schließlich war der Sieg das erklärte Ziel. Den holte Welte nun nach.

"Ich war gestern schon sehr traurig. Das hat mir heute vielleicht ein bisschen geholfen. Ich bin super happy", sagte sie. Bundestrainer Detlef Uibel meinte: "Sicher hat sie das gestern gewurmt. Das war ein optimaler Lauf."

Als drittletzte Starterin war Welte auf die Bahn gegangen, doch an ihre Zeit von 33,321 Sekunden kamen weder Grabosch (33,559) noch die drittplatzierte Russin Daria Schmelewa (33,757) heran.

Für Welte schloss sich der Kreis. Ein EM-Titel hatte der Pfälzerin in ihrer beachtlichen Sammlung noch gefehlt. Bei der WM war ihr dieser Triumph bereits 2014 im kolumbianischen Cali geglückt, nur bei den kontinentalen Titelkämpfen wollte es nicht so recht klappen. So hatte der zweite Platz im Teamsprint eher für Verdruss gesorgt und die Unstimmigkeiten über die Trainingsgestaltung und die Nominierung des Bundestrainers Detlef Uibel bei den einzelnen Läufen nicht überdecken können.

Ansonsten zerschlugen sich 1.800 Zuschauern die weiteren deutschen Medaillenhoffnungen. Maximilian Levy verabschiedete sich als letzter Deutscher in der Königsdisziplin Sprint im Viertelfinale, als er in zwei Läufen gegen den Franzosen Sebastien Vigier verlor. Auch in der 3000-Meter-Einerverfolgung und im Punktefahren der Frauen sowie im Ausscheidungsfahren der Männer waren die deutschen Starter chancenlos.

Im Punktefahren der Frauen musste sich Charlotte Becker beim Sieg der Dänin Trine Schmidt mit dem sechsten Platz begnügen. Sechste wurde auch Gudrun Stock mit einer Zeit von 3:37,795 Minuten in der 3000-Meter-Einervervolgung, Lisa Klein (3:39,688) belegte den achten Rang. Der Titel ging an die überragende Britin Katie Archibald (3:29,328). Chancenlos war Maximilian Beyer im Ausscheidungsfahren der Männer, den Sieg holte sich der Berlgier Gerben Thijssen.

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