Reaktion auf Coronavirus-Problematik

Ineos trauert um Portal und fährt bis 23. März keine Rennen

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Ineos trauert um Portal und fährt bis 23. März keine Rennen"
Das Team Ineos um Tour de France-Sieger Egan Bernal bei der Tour Colombia 2.1 im Februar. | Foto: Cor Vos

05.03.2020  |  (rsn) - Nach EF Pro Cycling, Mitchelton - Scott und Jumbo - Visma sowie Groupama - FDJ hat auch das britische Team Ineos angekündigt, in den kommenden Wochen Rennen auszulassen. Der Rennstall um Tour de France-Sieger Egan Bernal trauert seit dem Dienstagabend um seinen plötzlich an einem Herzinfarkt verstorbenen Sportlichen Leiter Nicolas Portal, reagiert mit seiner Absage für die kommenden Rennen aber auch auf die Coronavirus-Pandemie. Genau wie das australische Team Mitchelton - Scott wird sich auch Ineos bis zum 23. März von allen Rennen zurückziehen, und zwar nicht nur auf italienischem Boden, sondern überall.

"Wir haben diese Entscheidung aufgrund der einzigarten Umstände getroffen, denen wir uns momentan gegenüber sehen", so Teamchef David Brailsford. "Das ist ein einmalig trauriger Moment für jeden im Team. Wir haben jemand verloren, den wir alle sehr geliebt haben und trauern alle sehr um Nico. Deshalb ist die Entscheidung schon für das Team die Richtige. Aber ich glaube auch, dass sie im besten Interesse des Radsports und der Öffentlichkeit ist."

Es gehe zu allererst darum, das Team in den schweren Zeiten des Verlutsts eines Kollegen und Freundes zu schützen. Außerdem sei es aber auch in der Verantwortung des Rennstalls, seine Mitarbeiter und gleichzeitig auch die Öffentlichkeit vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu beschützen.

"Ich würde mich gerne für all die Nachrichten nach den tragischen Neuigkeiten vom Dienstag bedanken. Sie haben uns wirklich sehr viel bedeutet. Nico hat die Welt für uns als Team bedeutet und es ist enorm berührend zu wissen, wie viel er auch allen anderen in unserem Sport bedeutete", so Brailsford im Bezug auf den Tod seines Sportlichen Leiters.

"Die lokalen Gesundheitseinrichtungen nicht noch mehr belasten"

Mit Blick auf das Coronavirus sagte der Brite: "Der Radsport ist ein einzigartig mobiler Sport. Wir haben die Aufgabe, uns um unsere Fahrer und Mitarbeiter, aber auch um die Leute in den Regionen, in denen wir Rennen fahren, zu kümmern. Außerdem wollen wir nicht in die Situation kommen, dass sich unsere Fahrer potentiell anstecken können oder bei einem Rennen in Quarantäne kommen, wie es gerade schon passiert ist." Auch das Team Ineos war bei der UAE Tour vom vergangenen Donnerstag bis Samstag in Quarantäne.

"Uns ist auch bewusst, dass es momentan schwere Zeiten für alle lokalen Gesundheitseinrichtungen sind, und wir wollen sie nicht noch mehr belasten, durch unsere Radrennen, wenn ihre Konzentration doch eigentlich auf ihren jeweiligen lokalen Gesellschaften liegen sollte", erklärte Brailsford. "Die jüngsten Geschehnisse bei der UAE Tour haben diese Probleme des Radsports sehr gut aufgezeigt."

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