ASO-Chef bringt Grand Départ 2029 ins Spiel

Prudhomme: Deutsche Tour-Bewerbung mit Berlin “stärker“

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Tour-Direktor Christian Prudhomme war in Luxemburg zu Gast. | Foto: Cor Vos

21.01.2026  |  (rsn) – Bereits im vergangenen Jahr kursierten Meldungen über einen möglichen Start der Tour de France 2030 in Deutschland. Im April hatte der ehemalige BDR-Vorsitzende Rudolf Scharping die sächsische Landeshauptstadt Dresden ins Spiel gebracht, während der Frankreich-Rundfahrt 2025 gab es sogar ein Treffen von ASO-Chef Christian Prudhomme mit den Spitzen des Organisationsteams des Vereins “Grand Départ 2030“, der ebenfalls im vergangenen Frühjahr gegründet worden war. Die Pläne des Vereins sahen zum 40. Jahrestag der Wiedervereinigung drei Etappen durch die östlichen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor.

Nun brachte Prudhomme selber weitere Dynamik in die Diskussion. In einem Sportschau-Interview nannte der Franzose – ebenfalls mit historischen Reminiszensen – das Jahr 2029 als von ihm offenbar präferiertes Datum. “Es gibt zwei Möglichkeiten für die deutsche Initiative, 2029 und 2030. Aber weil die Bewerbung mit dem politischen Signal der Wiedervereinigung ins Rennen gegangen ist, muss ich sagen: Für mich als Franzosen und für viele andere Europäer hängt dieses Ereignis vor allem mit dem Fall der Mauer im November 1989 zusammen“, so Prudhomme, der zudem auch noch gerne Berlin mit integriert sähe: “Das wäre für mich ein sehr starkes Signal: Berlin 2029 und der Fall der Mauer 1989.“

Eine deutsche Bewerbung mit der Hauptstadt wäre “natürlich stärker. Wenn sich Berlin der Kandidatur anschlösse, würde das nicht schaden. Zumal die Tour de France einen großen Bezug zu Berlin hat. Denn Berlin hat 1987, zwei Jahre vor dem Fall der Mauer, schon einmal den Grand Départ ausgerichtet“, erklärte Prudhomme weiter.

Allerdings würde sich eine deutsche Bewerbung für 2029 starker Konkurrenz gegenüber sehen: Slowenien, die Heimat des viermaligen Toursiegers Tadej Pogacar, und auch die tschechische Hauptstadt Prag möchten den Start der Tour de France da nämlich ebenfalls ausrichten. Dabei betonte Prudhomme die durch die Politik der beiden Länder unterstützten Bewerbungen:

“Vor genau einem Jahr habe ich mit meinem Team einer Einladung nach Prag Folge geleistet. Wir wurden vom damaligen Ministerpräsidenten, der Präsidentin des Parlaments und dem Bürgermeister von Prag empfangen. Das war beeindruckend. Überhaupt stelle ich fest, dass wir bei Bewerbungen um den Grand Départ mit der höchsten staatlichen Ebene konfrontiert werden. Auch der slowenische Ministerpräsident hat uns die Bewerbung seines Landes für 2029 zu Beginn der finalen Etappe der Tour 2025 persönlich übergeben", sagte er.

In Deutschland hat Bundeskanzler Friedrich Merz den Organisatoren ebenfalls staatliche Unterstützung versprochen – was Prudhomme “natürlich wohlwollend“ zur Kenntnis genommen hat. “Wir werden die deutsche Kandidatur sehr, sehr sorgfältig prüfen. Wegen der deutsch-französischen Geschichte, wegen der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 und wegen des Falls der Mauer 1989. Zumal die Aufmerksamkeit der deutschen Zuschauer an der Tour dank der Leistungen von Florian Lipowitz im vergangenen Sommer sehr stark gestiegen ist. Die TV-Quoten spielen für uns natürlich auch eine Rolle“, betonte der 65-Jährige.

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