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14.07.2004 - St. Flour (dpa) - Der Franzose Richard Virenque hat seinen Landsleuten den Nationalfeiertag veredelt. Der große «Überlebende» des Tour-Skandals von 1998 holte sich am 14. Juli den Etappensieg auf dem längsten diesjährigen Abschnitt der Tour de France von Limoges nach St. Flour.
Virenque siegte nach 237 km im Alleingang. Das Verfolgerfeld mit allen Favoriten und dem alten und neuen Träger des Gelben Trikots, Thomas Voeckler (Frankreich), hatte auf dem Parcours mit neun Steigungen im Ziel 5:19 Minuten Rückstand. Im Spurt eroberte Andreas Klöden den zweiten Rang vor Erik Zabel.
Mit einem Kraftakt auf dem Schlussanstieg nach St. Flour machte Zabel im Kampf um das weiter von Robbie McEwen (Australien) behauptete Grüne Trikot reichlich Punkte gut. Für Rätselraten sorgte jedoch die Tatsache, dass Klöden dem Sprinter aus Unna kurz vor dem Ziel nicht den Weg zum zweiten Platz freimachte. «Natürlich sind wir nicht so glücklich damit. Aber in einer solchen Situation ist es schwierig abzubremsen. Klöden war auf der Steigung einfach zu schnell für Erik», sagte T-Mobile-Teamsprecher Olaf Ludwig.
Derweil war Virenque, der sich vom 53. auf den 4. Rang des Gesamtklassements verbesserte, zu Tränen gerührt. «Ich war am Ende meiner Kräfte und habe trotz meiner Krämpfe bis zum Schluss durchgehalten», sagte der Held des Tages. Er widmete den Erfolg seiner Großmutter und dem ebenfalls in diesem Jahr verstorbenen Joel Chabiron, einem der Gründer der Festina-Mannschaft, die durch den Doping-Skandal 1998 in die Schlagzeilen geraten war.
Lance Armstrong und Jan Ullrich gaben sich auf der Fahrt durch das Zentralmassiv keine Blöße. Der fünffache Toursieger schloss auch die 10. Etappe, auf der zum ersten Mal durchgehend die Sonne schien, mit 55 Sekunden Vorsprung im Gesamtklassement auf den Olympiasieger ab. Der Vorjahres-Vierte Tyler Hamilton (USA) und Mit-Favorit Roberto Heras (Spanien) verloren allerdings sieben Sekunden. Virenque gewann die siebte Tour-Etappe seiner Karriere, holte alle Bergwertungen (68 Punkte) und streifte sich das rotgepunktete Trikot über, das er in diesem Jahr zum siebten Mal bis Paris tragen will.
Virenque hatte sich zum ersten Mal bei der Tour zu Wort gemeldet. Zusammen mit Axel Merckx hatte sich der 34-jährige Franzose abgesetzt. An der drittletzten Steigung des Tages auf den Col du Pas de Peyrol ließ Virenque auch den Belgier 63 Kilometer vor dem Ziel stehen. Auf ähnliche Weise hatte es der Bergspezialist im Vorjahr bei seinem Etappensieg in Morzine mit Rolf Aldag getan. Der französische Fernseh-Kommentator hatte angesichts der Gala-Vorstellung Virenques schnell ein Schlagwort parat: «Richard National».
Auf der schwierigen Etappe gab auch Ullrich seine bisherige Zurückhaltung auf. Beim Aufstieg zum ersten Berg der ersten Kategorie dieser Tour, auf dem Virenque Merckx düpierte, machte er an der Spitze des Verfolgerfeldes Tempo. Ullrich hatte dabei seinen Team-Kollegen Klöden an seiner Seite. Armstrong, der unmittelbar hinter dem Olympiasieger hochkletterte, verließ sich auf seinen Neueinkauf José Azevedo (Portugal) als Begleitschutz.
Auf der Abfahrt war der Nürnberger Matthias Kessler in einen Zaun gerast. Nach kurzer Versorgung durch den Arzt fuhr Ullrichs Trainingspartner weiter. Danach stürzte der Franzose Sebastian Hinault noch schwerer und fand sich in einem Graben wieder. Er wurde mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht. Der ehemalige Zeitfahr-Weltmeister Santiago Botero (Kolumbien) fiel zurück und nährte damit erneut die Kritik an seiner Berufung ins T-Mobile-Team auf Kosten des starken Kletterers Cadel Evans (Australien).
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