Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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12.08.2005 - Altenburg/Berlin (dpa) - Jan Ullrich will ein Tour-Trostpflaster, Patrik Sinkewitz die Bestätigung seines Vorjahressieges: Die eutschland-Tour, die am 15. August in Altenburg/Thüringen beginnt und am 23. August in Bonn endet, bietet allerdings mehr als dieses Duell.
Auf heimischer Bühne wollen mehr Nachrücker als nur Sinkewitz im Verlauf der nach 1530 Kilometer gegen die einheimischen Platzhirsche Ullrich, den mit bisher zehn Saisonsiegen erfolgreichsten deutschen Radprofi Jens Voigt und Jörg Jaksche aufmucken. Auch der kurzzeitige Träger des Bergtrikots bei der Tour, Fabian Wegmann, und vor allem Landwirts-Sohn Markus Fothen, überraschend 12. des Giro d`Italia, wollen das Rampenlicht nutzen. Auch wenn deren Team-Manager Hans-Michael Holczer von Gerolsteiner zu bedenken gibt: «An die `Alten` werden sie noch nicht herankommen.»
«Die Deutschland-Tour und der Giro d`Italia fehlen mir noch in meiner Sammlung an Rundfahrt-Siegen», sagte Ullrich, der nach Platz drei bei der Tour de France den Erfolg auf heimischem Terrain fest im Visier hat. Nach einer Reihe von Kriterien bereitete er sich zu Hause in der Schweiz auf die von Jahr zu Jahr anspruchsvoller werdende Rundfahrt vor. Seine Tour-Form sollte ihm helfen, auch die größte Schwierigkeit, den 2684 Meter hohen Rettenbachferner in Sölden/Österreich auf der 4. Etappe wegzustecken. Ullrich: «Vor allem dort und beim Zeitfahren in Weinheim fällt die Entscheidung.»
«Das ist der schlimmste Pass, den ich je gefahren bin. Da kommen sämtliche Steigungen der Tour nicht mit», sagte Vorjahressieger Sinkewitz, der Ullrich kräftig zusetzen will, bevor er ihm ab 1. Januar 2006 als neuer Team-Kollege untersteht. «Ich bin besser drauf als bei meinem diesjährigen Tour-Debüt», meinte Sinkewitz, der sich mit Teamchef Patrick Lefèvere überworfen hat und seine belgische Mannschaft Quick-Step Richtung T-Mobile im Groll verlässt.
Aber der 21. von 27 ProTour-Terminen ist alles andere als eine rein deutsche Angelegenheit. Vor allem der zweifache Tour-Etappengewinner Alexander Winokurow, vor seinem Abgang zu Liberty Seguros nach Spanien ein letztes Mal an Ullrichs Seite, der ProTour-Spitzenreiter Danilo di Luca aus Italien, der Tour-Sechste Levi Leipheimer (USA) und Tour-Etappensieger Georg Totschnig (Österreich) wollen im Kampf um den Gesamtsieg ein gewichtiges Wörtchen mitreden.
Für T-Mobile ist die vom Mai in den August verlegte Rundfahrt von hohem Prestige-Wert. Ullrich hat mit seinem Erfolg beim Zeitfahren der Tour de Suisse erst einen hochkarätigen Saisonsieg vorzuweisen und nähert sich bereits dem Ende seiner diesjährigen Schaffenskraft. Wegen des sprinterfreundlichen WM-Kurses in Madrid wird er auf die Titelkämpfe am 25. September wohl verzichten. Die neun Etappen zwischen Altenburg und Bonn werden wie in Frankreich auch noch einmal die Freundschaft zwischen Ullrich und Winokurow auf den Prüfstand stellen. Der Olympia-Zweite von Sydney weiß, wie man die Deutschland-Tour gewinnt: Winokurow holte 2001 das Weiße Trikot und hätte sicher gegen eine Wiederholung nichts einzuwenden.
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