Profi-Radsport

Entspannter Giro-Tag für Ullrich

Schumacher Vierter: Hatte mir mehr erhofft

21.05.2006 - (sid) - Für Luis Felipe Laverde war es ein besonders großer Erfolg. Der Fahrer vom zweitklassigen italienischen Ceramica-Rennstall, der für sein Team sonst nur in der Continental-Rennserie unterwegs ist, feierte auf der 14. Etappe des Giro d'Italia nach einem Abstecher ins Schweizer Hochgebirge einen Überraschungssieg. Nach den 223km von Aosta nach Domodossola durch das Schweizer Wallis setzte sich der Kolumbianer beim Finale in Oberitalien im Schlussspurt vor dem Spanier Francisco Perez (Illes Balears) durch. Den Spurt der Verfolger gewann der Italiener Paolo Tiralongo mit sieben Sekunden Rückstand vor Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner.

Das Rosa Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement verteidigte der Italiener Ivan Basso vom dänischen CSC-Team erfolgreich. Jan Ullrich kam ebenfalls im Hauptfeld an. Beim Aufstieg in die Alpen baute Basso als Tageszweiter in La Thuile hinter seinem italienischen Landsmann Leonardo Piepoli den Vorsprung an der Spitze des Gesamtklassements aus und konnte 24 Stunden später im Peloton Ausreißer Luis Felipe Laverde getrost den Sieg in Domodossola überlassen.

Ullrich schont sich für die Tour

Ullrich verzichtete auch am Sonntag auf kräfteraubende Attacken. "Es war ein entspannter Tag, alle Favoriten waren in meiner Gruppe. Mein Ziel ist die Tour, ich will mich nicht verausgaben", sagte der T-Mobile-Kapitän.

Der Tagessieg wurde von einer elfköpfigen Ausreißergruppe entschieden, in der auch Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner schon rund 30km nach dem Start vertreten war. Nach den 223km von Aosta nach Domodossola konnte der Schwabe am Ende Laverde den Sieg nicht streitig machen.

Als der Kolumbianer vom zweitklassigen Ceramica-Team den Schlussspurt vor dem Spanier Francisco Perez Sanchez (Balears) gewann, wurde Schumacher mit sieben Sekunden Rückstand hinter dem Italiener Paolo Tiralongo (Lampre) Vierter. "Ich hatte mir mehr erhofft. Da ich der schnellste Sprinter in der Gruppe war, wäre mein zweiter Etappensieg drin gewesen", sagte Schumacher.

Basso lässt Ausreißer ziehen

Allzu viel wollte Basso nach seinem Kraftakt auf dem Weg nach La Thuile am Sonntag beim Abstecher ins Schweizer Wallis nicht mehr investieren. Den kurz vor dem Anstieg zum 1875m hohen San Bernandino davongezogenen Flüchtlingen folgte Basso in Begleitung von Ullrich nicht. Mit rund acht Minuten Vorsprung vor dem Peloton überwand die Spitzengruppe auch die 2005m am Simplon-Pass und machte bei der Rückkehr nach Oberitalien den Tagessieg unter sich aus.

Basso führt das Gesamtklassement mit 3:27 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Jose Enrique Gutierrez (Phonak) und 5:30 vor Italiens Titelverteidiger Paolo Savoldelli (Discovery) an. Bei 28:21 Minuten Rückstand hat Ullrich mit dem Rosa Trikot nichts zu tun.

Am Montag dürften noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Die 15. Etappe ist nahezu völlig flach und gilt als der einfachste Abschnitt der insgesamt 21 Teilstücke. Der Start erfolgt in Mergozzo, von dort geht es über 189km an Mailand vorbei durch die Lombardei nach Brescia.