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"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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14.07.2006 - Carcassonne (dpa) - Die Tour de France hat mit einer Gewohnheit gebrochen: Die Gastgeber gingen am französischen Nationalfeiertag leer aus. Jaroslaw Popowitsch aus der Ukraine verdarb den Franzosen die Fete am 14. Juli.
Die 12. Tour-Etappe war bei tropischen Temperaturen jenseits der 35 Grad geprägt von vielen wilden Attacken. Eine Ausreißergruppe in ungewöhnlicher Zusammensetzung hatte nach 211,5 Kilometern am Freitag in Carcassonne Erfolg. Der 26-jährige Popowitsch vom Discovery Channel-Team, das am Vortag auf der «Königsetappe» in den Pyrenäen so viel Federn lassen musste, siegte im Alleingang 27 Sekunden vor Alessandro Ballan aus Italien. Es war der zweite Erfolg eines Ukrainers nach Sergej Gontschars Sieg im Zeitfahren auf der siebten Etappe bei dieser Tour.
An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen: Der Amerikaner Floyd Landis führt weiter mit acht Sekunden Vorsprung vor Cyrille Dessel (Frankreich) und 1:01 Minuten vor seinem wahrscheinlich im Hinblick auf das Schlussklassement in Paris härtesten Widersacher Denis Mentschow (Russland/Rabobank). Der dreifache Weltmeister Oscar Freire aus Spanien hat seinen möglichen dritten Etappensieg «verzockt», als er Popowitsch bei dessen finalen Attacke drei Kilometer vor dem Ziel nicht nachfuhr. Vier Ausreißer machten den Tagessieg unter sich aus, der Franzose Christophe le Mevel wurde Vierter. Als sich unmittelbar nach dem Zieleinlauf ein Gewitter über Carcassonne entlud, sagte der Fernseh-Kommentator: «Jetzt regnet es vom Himmel und in unseren Herzen.»
T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden, den am Vortag auf den letzten Berg-Kilometern Krämpfe in den Beinen geplagt und für seinen Rückstand gesorgt hatten, bleibt Sechster mit 2:29 Minuten Rückstand. Tour-Debütant Markus Fothen (Gerolsteiner/+4:17) im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers musste mit Popowitsch den Platz tauschen und ist jetzt Elfter. Die Topfahrer in der Tour ohne große Namen hielten sich zurück und sammelten Kraft für die längste Etappe 15. Juli über 230 Kilometer von Béziers nach Montélimar.
Fothen hatte sich seine bisherige Tour-Vorstellung «so erhofft», aber nicht unbedingt erwartet. «Ich bin bisher absolut zufrieden. Sicher werden noch einige schwere Prüfungen kommen, aber mit meinem Auftritt in den Pyrenäen bin ich meinem großen Ziel - Weiß in Paris - sicher einen großen Schritt näher gekommen. Im ersten Zeitfahren lief es bei mir auch super, so dass ich auch dem letzten am vorletzten Tourtag zuversichtlich entgegenblicke. Und vor den Alpen habe ich auch keine Angst», sagte der gelernte Landwirt aus Kaarst.
«Das war eine Revanche von Discovery, weil uns die anderen Teams schon abgeschrieben haben. Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können», sagte Popowitsch. In seinem Team-Kollegen, dem zweifachen Gewinner des Giro d`Italia, Paolo Savoldelli, schied auf der 12. Etappe ein weiterer Prominenter aus. Der Italiener war am Vortag mit einem Zuschauer zusammengestoßen und hatte sich Kopf- und Rückenverletzungen zugezogen. Nach 90 Minuten gab er auf.
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