Profi-Radsport

Wenig Hoffnung auf B-Probe

Auch Landis will seine Unschuld beweisen

28.07.2006 - (Ra/dpa) - Toursieger Floyd Landis bestreitet gedopt zu haben. In einem Telefoninterview mit dem US-Magazin Sports Illustrated sagte der 30-jährige Amerikaner auf die direkte Frage, ob er ein Testosteronpflaster benutzt habe: „No, c'mon man“ (Nein, komm schon, Mann). Im Verlauf des Gesprächs leugnete Landis noch mehrfach den Dopingvorwurf. Er mache sich allerdings keine Hoffnungen, dass die B-Probe ein anderes Ergebnis aufweisen werde wie die A-Probe. Landis: „Ich bin Realist.“

Als nächstes will sich der Phonak-Kapitän einem Hormontest unterziehen. Landis baut außerdem auf die Hilfe des spanischen Arztes Luis Hernandez konsultieren – und hofft, dass sein erhöhter Testosteron-Wert auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist. Hernandez habe schon anderen Fahrern in ähnlichen Fällen geholfen. Vor sechs Jahren hatte der Mediziner bei Landis Teamkollegen Santiago Botero nachweisen können, dass dessen erhöhter Testosteron/Epitestosteron-Quotient eine natürliche Ursache hat. Botero fuhr damals für den berüchtigten Rennstalle Kelme, dessen Teamarzt Eufemiano Fuentes war, einer der Hauptbeschuldigten im spanischen Blutdopingskandal. Der Kolumbianer wurde mittlerweile von seinem Team suspendiert, weil sein Name auf Fuentes’ Kundenlisten stehen soll.

Der ertappte Toursieger will aber auch nach anderen Antworten suchen. So erwähnte er eine Schilddrüsenerkrankung als möglichen Grund für den erhöhten Testosteronwert. “Ich habe seit etwa einem Jahr ein Problem mit der Schilddrüse und muss deshalb täglich kleine Mengen an Hormonen in Tablettenform einnehmen.“

Landis nimmt bereits jetzt wegen seiner Hüfterkrankung Kortison ein. Das steht zwar auf der Dopingliste, aber ärztlich verschrieben darf es zu therapeutischen Zwecken eingenommen werden.

Er könne keinem böse sein, der seinen Beteuerungen nicht glauben würde, so Landis weiter. Er werde aber solange kämpfen, bis sein guter Name wieder hergestellt sei. «Ich denke, dass es eine gute Chance gibt, dass ich meinen Namen rein waschen kann», sagte Landis. Alles, worum ich bitte, ist, mir eine Chance zu geben, meine Unschuld zu beweisen. Ich möchte als unschuldig gelten, bis die Schuld bewiesen ist - so machen wir das in Amerika», sagte der 30-Jährige, der sich nach eigenen Angaben an einem nicht näher genannten Ort in Europa aufhält.

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