Profi-Radsport

15. Tour-Etappe

L´Alpe d´Huez: Mekka des Radsports

18.07.2006 - (sid) - Heute müssen die Radprofis bei der 93. Tour de France endgültig an ihre Grenzen gehen. Am Montag konnten die Fahrer am zweiten Ruhetag in Gap noch einmal Kräfte für die kommenden drei Kletteretappen in den Alpen sammeln. Die 14 vor Christus von Tiberius im Auftrag von Kaiser Augustus als Vapincum an der Römerstraße von Turin ins Rhonetal gegründete Stadt war am 5. März 1815 Rastort für Napoleon bei seiner Rückkehr nach Paris aus der Elba-Verbannung.

Tour-Mythos L´Alpe d´Huez

In der Touristen-Hochburg mit den längsten Skilanglauf-Loipen der Südalpen startet die Tour-Karawane am heutigen Dienstag die Schlussoffensive Richtung Champs-Elysees in Paris. Die 15. Etappe führt über 187km von Gap in den Hautes-Alpes zum Tour-Mythos L´Alpe d´Huez im Departement Isere.

Bis zur ersten Sprintwertung in Embrun, dem "kleinen Nizza der Alpen" bei Kilometer 35, können sich die Profi auf flachem Terrain noch einfahren. Danach geht es zunächst leicht bergauf, ehe bei Kilometer 86 der 2361m hohe Izoard-Pass nach 14,5km langem Aufstieg mit bis zu zehn Prozent Steigung überquert wird.

Es folgt die fast 20km lange Abfahrt vom Berg der höchsten Kategorie, der bereits 31-mal seit 1922 im Tour-Kalender steht. Nach dem zweitem Sprintpreis am Fuß des Col du Lautaret geht es 12,5km hinauf zum Gipfel in 2058m Höhe, einer Prüfung der zweiten Kategorie. Im Finale wartet die zweitletzte Bergankunft der Tour 2006 auf 1850m Höhe im Ski-Mekka L´Alpe d´Huez.

Über 21 Serpentinen wird die Urlauber-Metropole, scherzhaft auch der höchste Punkt Hollands genannt, nach fast 15km langem Aufstieg von Bourg-d´Oisans erreicht. Maximal rund zwölf Prozent Steigung erwartet die Fahrer an dem schon legendären Berg, der zum 25. Mal seit der Premiere 1952 erklommen wird.

Letzter L´Alpe-d´Huez-Sieger war 2004 der nach seinem siebten Tour-Gesamtsieg im vergangenen Jahr zurückgetretene Texaner Lance Armstrong. Unvergessen beibt der bislang einzige Triumph des Telekom/T-Mobile-Teams in L´Alpe d´Huez. Der Sieg von Giuseppe Guerini 1999 hing am seidenen Faden, da der Italiener von einem unvorsichtigen Zuschauer im Finale zu Fall gebracht wurde. Guerini rappelte sich wieder auf und feierte anschließend den größten Erfolg seiner Karriere.