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"Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. "
(Lance Armstrong zu seinem Start bei der Tour de France 2009)
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23.07.2006 - (sid) - Vor dem Prolog zur 93. Tour de France in Straßburg Anfang Juli hätte dies kaum jemand für möglich gehalten: Das T-Mobile Team hat nach der Trennung von Jan Ullrich, Oscar Sevilla und Rudy Pevenage kurz vor dem Start eine der erfolgreichsten Frankreich-Rundfahrten seit Jahren absolviert.
Drei Etappensiege, Sieg in der Mannschaftswertung
Mit drei Etappenerfolgen, einem Platz auf dem Podium und dem historischen Hattrick in der Mannschaftswertung hat der Bonner Rennstall sportlich durchaus überzeugt. Neben den Tagessiegen durch Matthias Kessler in Valkenburg und Sergej Gontschar in beiden Zeitfahren sowie dem dritten Gesamtrang von Andreas Klöden werden die Bonner als erste Mannschaft überhaupt zum dritten Mal in Folge als bestes Tour-Team ausgezeichnet.
Lediglich der erhoffte zweite Toursieg nach Ullrichs Triumph 1997 blieb aus. "Es wäre sogar mehr drin gewesen", bekannte Klöden und räumte "taktische Fehler" im Verlauf der dreiwöchigen Rundfahrt ein. Im entscheidenden Zeitfahren am Samstag hatte sich der 31-Jährige mit der zweitbesten Leistung nach Gontschar noch vom vierten auf den dritten Platz vorgekämpft.
Doch mit Sieger Floyd Landis (USA) und dem zweitplatzierten Spanier Oscar Pereiro lagen am Ende zwei Fahrer vor ihm, die beide im Verlauf der Rundfahrt schon klar geschlagen schienen. Pereiro war nach 26 Minuten Rückstand in den Pyrenäen längst abgeschrieben, ehe man dem Mit-Ausreißer von Jens Voigt auf der 13. Etappe fast eine halbe Stunde schenkte. Landis ließ man einen Tag nach seinem schweren Einbruch in den Alpen, der ihn mehr als acht Minuten auf Klöden gekostet hatte, ziehen und damit furios zurückkommen.
"Am Toursieg geschnuppert"
"Ich habe am Toursieg geschnuppert, aber andererseits bin ich auch froh, dass ich es wieder aufs Podium geschafft habe", gab der Tour-Zweite von 2004 einen Einblick in die zwiespältige Gefühlswelt. Auf den ganz großen Sieg muss der Olympia-Dritte von 2000 somit weiter warten, doch der gebürtige Sachse hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: "Wenn ich vernünftig durchs nächste Frühjahr komme, traue ich mir den Toursieg 2007 durchaus zu."
Spekulationen um Führung des Teams
Die Spekulationen über die künftige Führung des T-Mobile Teams nehmen unterdessen zu. Die Anzeichen verdichten sich, dass der Sponsor nach der Trennung von Ullrich, Sevilla und Pevenage auch ohne Teamchef Olaf Ludwig und dem sportlichen Leiter Mario Kummer in die Zukunft gehen könnte. Laut Bild-Zeitung steht Ex-Radprofi Ludwig zur Debatte, weil er im "Fall Ullrich" nicht ausreichend auf Distanz zum bisherigen Star des Teams ging.
"Nach dieser Tour steht sehr vieles auf dem Prüfstand", sagte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert in einem ARD-Interview, der entsprechende Überlegungen nicht ausdrücklich dementierte. "In den letzten drei Wochen sind viele Fragen auf den Tisch gekommen, auf die wir Antworten geben müssen."
Dies gelte auch für die bis Ende 2008 laufende Vereinbarung mit Rennstall-Inhaber Ludwig, der die Lizenz erst zu Saisonbeginn vom Belgier Walter Godefroot übernommen hatte: "Jede Zusammenarbeit muss immer wieder überprüft werden. Wir werden ab Montag über alles reden und dann sehen, wo wir stehen", so Frommert.
Weiter ungeklärt ist auch die Vertragsverlängerung mit dem Tour-Dritten Klöden. Frommert deutete jedoch Interesse an einem weiteren Engagement des Ullrich-Nachfolgers als Kapitän an. Man werde sich sehr kurzfristig zusammensetzen.
Drei Angebote für Klöden
Klödens Vertrag läuft zum Saisonende aus. Ob er weiter das Magenta-Trikot tragen wird, ist offen: "Meinem Manager Toni Rominger liegen drei Angebote vor, von T-Mobile allerdings noch keines, obwohl ich schon gerne mit den Jungs weiter zusammen fahren würde", so der Wahl-Schweizer.
Als neuer Teamchef ist nach Informationen der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf der Amerikaner Bob Stapleton im Gespräch, bisher Manager des T-Mobile-Frauenteams. Auch der sportliche Leiter Mario Kummer soll durch den langjährigen Telekom-Profi Rolf Aldag ersetzt werden. Frommert nahm dazu nur ausweichend Stellung: "Beide sind von uns ja schon eingebunden, weil man mehr Knowhow von außen ins Team bringen möchte."
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