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01.03.2007 - Hamburg/Hannover (dpa/Ra) – Jan Ullrich konnte sich gegen Reinhold Beckmann nicht durchsetzen. „Er hat der Redaktion nach der Sendung ein Schreiben zugestellt, in dem er sie an ihre Zusagen erinnerte. In dem Brief wurde zudem der Wunsch geäußert, auf Wiederholungen zu verzichten“, bestätigt Michael Lang, der Pressesprecher des am 26. Februar zurückgetretenen Radstars. Der NDR lehnt das Ansinnen jedoch ab. Die Talkshow wird wie geplant auch heute Vormittag ungeschnitten bei 3sat (10.15 Uhr) ausgestrahlt.
Nach Angaben des NDR habe das Management des ehemaligen Radprofis nach der Aufzeichnung der Sendung «Beckmann» auch verlangt, entweder die Befragung des ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt erheblich zu kürzen oder den kompletten Fragenkomplex zum Thema Doping aus der Sendung zu schneiden. Ullrichs Sprecher Michael Lang bestätigte der dpa, dass Ullrich und sein Management nach der Aufzeichnung in Hamburg diesen Wunsch geäußert hätten, weil sich Beckmann nicht an die in einer Vorbesprechung getroffenen Absprachen gehalten habe.
"Ich finde es erschütternd, was die Anwälte und vielen Berater von Jan Ullrich jetzt veranstalten. Ich habe den Verdacht, dass Jan Ullrich von diesem Vorgehen nichts weiß", wehrt sich Beckmann bei Spiegel online gegen die Vorwürfe. Allerdings hatte sich Ullrich in einem Vieraugen-Gespräch nach der Aufzeichnung der Sendung verärgert gegenüber dem Talkmaster geäußert, der ihn im Gespräch nur "Siezte" obwohl beide seit langen "per DU" sind.
«Mit Herrn Ullrich ist lediglich der bei Talksendungen übliche Vertrag geschlossen worden», äußerte sich statt Beckmann merkwürdigerweise NDR-Programmdirektor Volker Herres zu den Vorgängen, der am Sonntag bei der Vorbesprechung gar nicht dabei gewesen war. Er sagte auch, dass bestimmte Themenkomplexe nicht für tabu erklärt worden seien. Das hat die Ullrich-Seite auch nie behauptet. Ausgemacht war aber, so das Management des ehemaligen T-Mobile-Kapitäns, dass Ullrich sich wegen des Ermittlungsverfahrens nicht zu Fuentes äußern dürfe. Trotzdem fragte Beckmann immer wieder nach, was Ullrich sichtlich irritierte.
Der Olympiasieger und Ex-Weltmeister muss sich fragen lassen, warum er sich überhaupt der Öffentlichkeit präsentierte, wenn er nichts sagen darf. «Herr Ullrich wusste, worauf er sich einließ», sagte Herres.
Laut Ullrich-Sprecher Lang habe es auch eine Vereinbarung gegeben, wonach der Ex-Profi und seine Frau Sara die einzigen Studiogäste sein würden. «Mit Befremden stellten wir fest, dass dann ein Studiogast zugeschaltet wurde», sagte Lang zu der Einblendung des Gesprächs mit Seppelt. Diese Überraschung brachte Ullrich schließlich ganz aus dem Konzept. Erst als seine Frau Sara zum Gespräch hinzukam, fing er sich wieder.
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