Profi-Radsport

Vuelta-Vorschau

Ein neues Podium wird gesucht

01.09.2007 - (sid/Ra) - Nachdem Erik Zabel bei der Tour de France das Grüne Trikot verpasst hat, macht der Vize-Weltmeister bei der Spanien-Rundfahrt ab heute Jagd auf das Blaue Trikot. Auch rund um die Vuelta beherrscht das Thema Anti-Doping-Kampf die Schlagzeilen.

So ist Tour-de-France-Sieger Alberto Contador bei seinem "Heimrennen" freiwillig nur Zuschauer, Topfavorit Alejandro Valverde wegen anderweitig geplanter WM-Vorbereitungen nicht dabei. Gar nicht erst eingeladen wurde nach dem Tour-Dopingeklat um Vuelta-Vorjahressieger Alexander Winokurow das Astana-Team von Andreas Klöden, der aber im Gegensatz zu Valverde grünes Licht für den WM-Start in vier Wochen in Stuttgart erhielt. Mit Winokurow, Valverde und dem ebenfalls positiv getesteten Kasachen Andrej Kashechkin fehlt somit das komplette Podium der letztjährigen Vuelta-Austragung.

Zu den Topfavoriten gehören in diesem Jahr vor heimischer Kulisse Samuel Sanchez (Euskatel), Oscar Pereiro (Caisse d'Epargne), Carlos Sastre (CSC) und José Angel Gomez Marchante (Saunier Duval). Auch der Australier Cadel Evans, zweiter bei der Tour de France, macht sich Hoffnungen auf den Gesamtsieg.

Eine "saubere" Vuelta stand für Renndirektor Victor Cordero schon vor der 3241km langen Reise durch das Heimatland des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes im Mittelpunkt. Zwei Tage vor der ersten von 23 Etappen mussten sich die 189 Fahrer in Vigo erstmals Dopingtests unterziehen. Für vermehrte Kontrollen bei den 21 Mannschaften wurden zusätzlich 180.000 Euro aufgewendet.

Auf acht Etappen dürfen die Sprinter hoffen

Zudem wurde die 32. Auflage der Vuelta entschärft, um den Leistungsdruck zu mindern. Elf Etappen führen über flacheres Terrain, acht davon sind völlig auf die Sprinter zugeschnitten. Auf der vierten Etappe werden die Kletterer erstmals gefordert, insgesamt stehen vier Bergankünfte im Programm. "Das Profil ist sehr ausgewogen. Das Rennen ist in diesem Jahr deutlich humaner", sagt Allan Peiper, einer der beiden Teamleiter beim T-Mobile-Express.

Das Bonner Team setzt auf Fluchtgruppen, in denen Andreas Klier, Bert Grabsch oder Stephan Schreck für Etappensiege sorgen sollen. In den Sprints setzt man auf André Greipel. Seine Abschiedsvorstellung nach neun Jahren im Magenta-Team gibt Routinier Giuseppe Guerini. Der 37-jährige Italiener beendet nach dem Rennen seine Karriere.

Der aussichtsreichste Kandidat für Tageserfolge ist aus deutscher Sicht Zabel, der sich im Milram-Team die Kapitänsrolle mit seinem Sprintkollegen Alessandro Petacchi teilt. Für beide früheren Gewinner des blauen Sprint-Trikots ist die iberische Halbinsel ein gutes Pflaster. Petacchi gewann bislang 17, Zabel sieben Vuelta-Etappen.

Kein deutscher Fahrer im Rennen um den Gesamtsieg

Bescheidener sind die Ziele beim Team Gerolsteiner, bei dem Reimund Dietzen aber optimistisch ist. "Davide Rebellin und Stefan Schumacher sind immer für einen Tageserfolg gut. Aber warum sollen die anderen nicht auch überraschen? Ich freue mich darauf, wie die Jungs sich schlagen werden," sagt der Teamleiter, dessen Mannschaft auf ein Durchschnittsalter von unter 26 Jahren kommt.

Für den Gesamtsieg dürfte kein Fahrer aus den deutschen Teams in Frage kommen. .