Auch BDR legt Revision gegen Urteil ein

Fall Sinkewitz geht in die nächste Runde

11.01.2008  |  Frankfurt/Main (dpa/sid) - Zu einer unendlichen Geschichte scheint sich der Dopingfall Patrik Sinkewitz zu entwickeln. Sowohl das Präsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) als auch Sinkewitz-Anwalt Michael Lehner sind mit dem Urteil des Bundessportgerichts vom 16. November gegen den positiv getesteten früheren T-Mobile-Profi nicht einverstanden und haben dagegen Revision beim Bundesrechtsausschuss eingelegt.

Es gehe dabei um die Wahrung der Fristen gegen das Urteil des BDR-Sportgerichts, in dem Sinkewitz wegen Testosteron-Dopings zu einer Einjahressperre bis zum 17. Juli 2008 und einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro verurteilt worden war. «Das ist schon traurig und merkwürdig. Das ist nicht förderlich für beide Seiten. Ich denke, ich bin umfangreich bestraft worden», sagte Sinkewitz der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Es ist schade, dass nicht alles vom Tisch ist.» Das BDR-Präsidium wird sich am 21. Januar mit dem Fall erneut befassen.

Sinkewitz reagierte zunächst ungläubig auf die BDR-Entscheidung: «Der BDR legt Revision gegen das eigene Urteil ein? Das verstehe ich nicht.» Er war aber ebenfalls nicht untätig geblieben und durch seinen Heidelberger Anwalt Michael Lehner gegen das Urteil in Revision gegangen. Lehner räumte ein, dass Sinkewitz die Geldstrafe noch nicht gezahlt habe: «Die Geldstrafe, die auf Grundlage von nationalem Satzungsrecht verhängt wurde, wird vom internationalem Satzungsrecht der WADA geschlagen», lieferte Lehner als Begründung.

Durch die Revision hoffe er, die Strafe zu reduzieren. Zudem gebe es dann eventuell die Möglichkeit, durch den neuen Code der Welt- Anti-Doping-Agentur WADA die Sperre auf sechs Monate zu reduzieren: «Das wird natürlich versucht.» Lehner betonte: «Patrik will sich mit dem Verband nicht streiten, er nimmt aber seine Rechte wahr.» Nach Bekanntwerden des Urteils am 16. November hatte Lehner noch gesagt: «Es ist mit Maß und Überlegung gesprochen.»

Auch das BDR-Präsidium mit Rudolf Scharping an der Spitze hatte die Entscheidung des Sportgerichts unter Leitung von Peter Barth zunächst begrüßt. «Alles, was wir mit unseren Regeln erreichen wollen, ist mit dem Urteil berücksichtigt», hatte Scharping gesagt. Doch jüngste Interviews von Lehner und Sinkewitz, in denen sie den BDR kritisiert hatten, sowie die unbezahlte Geldstrafe dürften das Präsidium dazu veranlasst haben, den Fall neu aufzurollen. «Das ist ein ganz schlechtes Zeichen im Anti-Doping-Kampf», monierte Lehner.

Der vom früheren T-Mobile-Team suspendierte Sinkewitz hat nach seinem Dopinggeständnis noch keinen neuen Rennstall gefunden. Er war im vergangenen Jahr in der Vorbereitung auf die Tour de France positiv auf Testosteron getestet worden. Mitte November hatte die Bonner Staatsanwaltschaft ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen den 27-Jährigen aus Fulda gegen die Zahlung einer fünfstelligen Summe eingestellt.

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