Profi-Radsport

Milram will den Doppelsieg

Petacchi in San Remo, Zabel in Köln

21.03.2008 - San Remo (dpa) - Der Doping-Bericht der Universitätsklinik Freiburg liegt wie ein dunkler Schatten auf den beiden wichtigsten Radrennen des Oster-Wochenendes, bei denen die deutschen Rennställe wieder sportliche Schlagzeilen schreiben wollen.

Die 99. Auflage von Mailand-San Remo am 22. März und Rund um Köln zwei Tage später zählen für die Bremer Milram-Mannschaft und damit für den wohl seine letzte Saison fahrenden Erik Zabel zu den Top-Terminen des Jahres. «Bei beiden Rennen starten Erik und Alessandro Petacchi mit berechtigten Aussichten auf den Sieg. Beide Termine sind äußerst wichtig für uns», sagte der neue Milram-Manager Gerry van Gerwen.

Der Niederländer könnte sich sicher für die perfekte Stallregie feiern lassen, wenn Petacchi zum zweiten Mal nach 2005 in San Remo und Zabel auf der Sprintstrecke in Köln triumphieren würde. Auch wenn die offizielle Lesart nach van Gerwen heißt: «Für den jeweils Stärkeren wird gefahren.» Die italienische Presse hat sich für das prestigeträchtige Rennen zur Riviera auf Petacchi als besten zu erwartenden Italiener festgelegt. An Nummer eins in den Rankings liegt der spanische Vorjahressieger Oscar Freire (Rabobank) vor dem italienischen Milram-Kapitän. Trotz seiner vier Siege in San Remo trauen die Tifosi dem 37-jährigen Zabel den fünften Erfolg kaum noch zu. In allen Sieg- Hochrechnungen taucht sein Name nicht mehr auf.

Ernst wird es für Petacchi auch am 2. April. Dann erwartet den Super-Sprinter aus La Spezia das Doping-Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, der eine Zwei-Jahres-Sperre wegen zu hoher festgestellter Cortisonwerte beim vergangenen Giro d`Italia aussprechen könnte. Das Italienische Olympische Komitee CONI hatte das Gericht angerufen, nachdem der italienische Verband Petacchi freigesprochen hatte, weil er mit einem ärztlichen Attest zur Behandlung einer Allergie ausgestattet war. Allerdings überschritt er am 23. Mai 2007 die zulässigen Höchstwerte deutlich.

Ex-Weltmeister Mario Cipollini, der an seinem 42. Geburtstag unbedingt noch einmal bei der «Primavera» starten wollte, wird wohl zum Zuschauen verurteilt sein. Im Aufgebot der italienisch-russischen Tinkoff-Formation, für die sich Cipollini als Gastfahrer verdingen wollte, steht der italienische Veteran jedenfalls nicht. Inzwischen hat sich Cipollini von seinem US- amerikanischen Team Rock-Racing, bei dem der San Remo-Sieger von 2002 zum Saisonbeginn ein ungewöhnliches Comeback gestartet hatte, schon wieder getrennt.

Der mit 298 Kilometern längste Rad-Klassiker hat auf dem Weg von Mailand zum Mittelmeer sogar Schnee zu befürchten. Der könnte die Starter aus 25 Teams, darunter auch je acht Profis von Gerolsteiner und des T-Mobile-Nachfolgers High Road, auf dem 532 Meter hohen Turchino nach 139 Kilometern überraschen.

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