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23.07.2008 - (dpa/rsn) - Carlos Sastre (CSC-Saxo Bank) hat die Königsetappe der Tour de France gewonnen und dem dem größten Sieg seiner Karriere das Gelbe Trikot von seinem Teamkollegen Fränk Schleck übernommen. Der 33-jährige Spanier setzte sich nach 208,5km von Embrun nach L’Alpe d’Huez als Solist mit 2:03 Minuten Vorsprung vor seinem Landsmann Samuel Sanchez (Euskaltel) und seinem luxemburgischen Teamkollegen Andy Schleck.
Der Österreicher Bernhard Kohl (Gerolsteiner) erreichte das Ziel mit 2:15 Minuten Rückstand und verteidigte sein Bergtrikot. „Das war definitiv der härteste Tag meiner Rennfahrerkarriere“, so der völlig ausgepumpte Gerolsteiner-Kapitän im Ziel. "Ich habe das Bergtrikot verteidigt und bin Dritter. Alles andere interessiert mich momentan nicht."
«Wir waren einfach formidabel. Wir werden auch beim Zeitfahren in Cérilly einfach alles versuchen, aber ich stelle heute keine Rechnungen an. Wir haben heute gewonnen, das ist die Hauptsache», lautete das Fazit von Sastres Teamchef Bjarne Riis. Zuvor hatte der Kletterpezialist, 2006 Tour-Dritter, im Ziel sein Trikot geküsst und überschwänglich gejubelt. «Das ist der glücklichste Tag meines Lebens. Ich habe alles riskiert und es ist gut gegangen», meinte der Tour-Etappensieger von 2003.
Sastre war im 13,8km langen Schlussanstieg angetreten und profitierte davon, dass seine Teamkollegen die Verfolgergruppe kontrollierten. Besonders Andy Schleck erstickte alle Attacken der Konkurrenten und hatte im Ziel noch genug Kraft, um den zweiten Platz zu sprinten. In das Zeitfahren am Samstag geht Sastre, der erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot trägt, mit 1:24 Minuten Vorsprung auf Fränk Schleck. Dritter ist Kohl (+1:33) vor Evans (+1:34). Als Fünfter hat der Russe Denis Mentschow (Rabobank) 2:39 Minuten Rückstand.
Im wahrscheinlich alles entscheidenden, 53km langen Kampf gegen die Uhr in Cérilly gilt der starke Zeitfahrer Evans jetzt als Favorit. Sowohl Sastre als auch Schleck und Kohl hatten beim ersten Zeitfahren in Cholet Zeit auf den früheren Mountainbike-Weltmeister verloren. Und ob der ebenfalls gute Zeitfahrer Mentschow mehr als eine Minute auf den 31-jährigen Australier aufholt, erscheint fraglich.
Hunderttausende Zuschauer am Schlussanstieg sorgten auf der 17. Etappe wie immer in L`Alpe d`Huez für Volksfeststimmung. In den 21 Kehren hoch in den Skiort entschied sich das Rennen - aber noch nicht die 95. Tour de France. CSC-Saxo Bank hatte mit Sastre und Fränk Schleck, 2006 Sieger in L`Alpe d`Huez, zwei Asse im Poker um Gelb. Sie riskierten alles, um entscheidenden Vorsprung auf Evans herauszufahren. Sastre kam mit seiner zweiten Attacke weg und sicherte sich schließlich im Alleingang den spektakulären und prestigeträchtigen Erfolg. Evans klebte wie eine Klette an Kohl und Fränk Schleck und hielt seinen Rückstand in für ihn erträglichen Grenzen.
Vor dem Start der Königsetappe hatte Schlecks Teamchef Bjarne Riis seine Hochrechnung für den Toursieg preisgegeben. «Wir brauchen für das Zeitfahren am Samstag mindestens drei Minuten Vorsprung auf die starken Zeitfahrer Evans oder Mentschow», hatte der Toursieger von 1996 erklärt. Nach dieser Kalkulation bestehen also geringe Hoffnungen für Schleck oder Sastre auf das Gelbe Trikot am kommenden Sonntag. Allerdings hatte Evans eingeschränkt: «Nach drei Wochen Tour weiß man nie, wie viel Kräfte für ein Zeitfahren noch vorhanden sind. Da fallen Vorhersagen schwer.» Nach dem Rennen wirkte er aber sehr zufrieden und sagte: «Ich habe einen Vorteil beim Zeitfahren, aber man weiß nie, wie jemand fährt, der das Gelbe Trikot hat.»
Kohl war schon auf dem ersten der drei legendären Anstiege sehr aktiv, um sich die Punkte für sein Berg-Trikot zu sichern. Der Österreicher parierte kurz vor dem Gipfel des Galibier eine Attacke Thomas Voecklers, dem zu diesem Zeitpunkt härtesten Konkurrenten in diesem Klassement. Bei diesem erfolgreichen Kurz-Ausflug war Kohl sogar virtueller Tour- Leader, weil die Spitzenfahrer um Schleck und Evans ihm nicht gefolgt waren. Er ließ sich dann aber wieder zurückfallen und nahm an der Seite der Favoriten des Gesamtklassements den nächsten Anstieg in Angriff.
Vor dieser Episode hatte sich sein Team-Kollege Stefan Schumacher mit weiteren drei Fahrern abgesetzt und eine einsame Spitze gebildet. Schon am Vortag war der WM-Dritte aus Nürtingen lange alleine unterwegs und hatte als Tages-Achter in Jausiers den Preis für den aktivsten Fahrer kassiert.
Am zweiten Anstieg, dem Croix-de-Fer, war das Quartett auf ein Duo mit Schumacher und Peter Velits vom Team Milram geschrumpft. Sechs Kilometer vor dem Gipfel musste Schumacher den U23-Weltmeister aus der Slowakei aber ziehen lassen.
Sastre war im 13,8km langen Schlussanstieg angetreten und hatte davon profitiert, dass seine Teamkollegen die Verfolgergruppe kontrollierten. Besonders Andy Schleck erstickte alle Attacken der Konkurrenten und hatte im Ziel noch genug Kraft, um noch um den zweiten Platz zu sprinten. In das entscheidende Zeitfahren am Samstag geht Sastre, der erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot trägt, mit 1:24 Minuten Vorsprung auf Fränk Schleck. Dritter ist Kohl (+1:33) vor Cadel Evans (Silence-Lotto+1:34). Als Fünfter hat der Russe Denis Mentschow (Rabobank) 2:39 Minuten Rückstand.Glasner gewinnt 5. Etappe der Tour of Thailand (05.09.2008)
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