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"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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24.07.2008 - St. Étienne (rsn/dpa/sid) - Nach einer bravourösen Flucht hat Marcus Burghardt (Columbia) auf der 18. Etappe der Tour de France den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 25-jährige Klassikerspezialist setzte sich im Schlussspurt des 196km langen Teilstücks von Bourg d'Oisans nach St. Etienne gegen seinen spanischen Mitausreißer Carlos Barredo (Quick Step) durch und sicherte seiner Mannschaft nach vier Sprintsiegen des Briten Mark Cavendish bereits den fünften Tageserfolg bei der diesjährigen Tour. Zudem war es nach Stefan Schumachers Zeitfahrsieg auf der vierten Etappe der zweite deutsche Erfolg bei der 95. Auflage des größten Radrennens der Welt.
Nachdem er im bisherigen Tourverlauf vor allem Helferdienste hatte leisten müssen, nutzte der in Zschopau geborene Sachse damit gleich seine erste Chance zum Etappensieg vor dem sich im Ziel maßlos ärgernden Barredo. Den Sprint einer drei Fahrer starken Verfolgergruppe, die 3:33 Minuten nach dem Spitzenduo das Ziel erreichte, entschied der junge Franzose Romain Feillu (Agritbuel) vor seinem Landsmann Christophe Le Mevel (Credit Agricole) und dem Spanier Mikel Astarloza (Euskaltel) für sich.
Burghardt hatte sich nur 1.500m nach dem Start mit einer siebenköpfigen Gruppe vom Hauptfeld abgesetzt, wurde eingeholt und attackierte erneut. Ab dem ersten von drei Anstiegen des Tages hatte er dann mit Barredo das Spitzenduo gebildet. Im Finale, das die beiden mehrere Minuten mit regelrechten Stehversuchen vor den ersten Verfolgern ausfuhren, agierte Burghardt wie ein alter Hase und spielte schließlich mit einem kraftvollen Antritt seine Qualitäten aus. Für seine Bemühungen wurde Burghardt nach der Etappe zudem als kämpferischster Fahrer des Tages ausgezeichnet.
Etappensieger Burghardt durfte den Triumph indes mit seinen Eltern feiern, die den Tagesabschnitt an der Strecke verfolgten. Der letztjährige Sieger des Halbklassikers Gent-Wevelgem, der seine zweite Tour bestreitet, hatte zuvor schon angekündigt, seine Chance auf einer der letzten Etappen suchen zu wollen. "Mal sehen, ob ich eine Gruppe erwischen kann", hatte er vor dem Start erklärt, um dann gleich die erste Möglichkeit zur Flucht zu nutzen. „Ich freue mich so sehr, dass es geklappt hat“, sagte ein strahlender Burghardt viereinhalb Stunden später im Ziel. „Viele hatten mich für die Tour schon abgeschrieben, aber ich habe mich mit Hilfe meines Trainers Thomas Schediwie weder zurückgekämpft.“ Der Klassikerspezialist war nach einer langwierigen Verletzung erst spät in die Saison eingestiegen. Sein erster Saisonsieg war zugleich der größte in seiner bisherigen Karriere.
Nach der gestrigen Kraftanstrengung in den Alpen taten sich die Favoriten in der Gesamtwertung nicht weh. Der Spanier Carlos Sastre (CSC-Saxo Bank) verteidigte ohne Mühe sein in L’Alpe d’Huez errungenes Gelbes Trikot mit 1:34 Minuten vor dem Australier Cadel Evans (Silence-Lotto). Zwischen den beiden liegt noch Sastres Teamkollege Fränk Schleck auf Rang zwei und der Österreicher Bernhard Kohl (Gerolsteiner), dem das Bergtrikot nicht mehr zu nehmen sein wird.
Der bei dieser Tour glücklose Damiano Cunego (Lampre) erlebte erneut einen schwarzen Tag. Der 26-jährige Italiener stürzte relativ früh im Rennen, musste sich lange verartzten lassen und kam, unterstützt von mehreren Teamkollegen, rund 20 Minuten hinter dem Tagessieger, aber noch innerhalb der Karenzzeit ins Ziel. es war bereits Cunegos fünfter Sturz bei der diesjährigen Tour.
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