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06.09.2008 - (rsn/sid/dpa) - Linus Gerdemann hat die Deutschland-Tour gewonnen. Im abschließenden Einzelzeitfahren über 34 Kilometer in Bremen ließ der 25-jährige Columbia-Kapitän mit Rang vier nichts mehr anbrennen und siegte in der Endabrechnung deutlich vor seinem im Zeitfahren gestürzten Teamkollegen Thomas Lövkvist (+52 Sekunden) und dem Slowenen Janez Brajkovic (Astana, +1:34 Minuten). Das Zeitfahren gewann Gerdemanns Teamkollege Tony Martin souverän vor Bert Grabsch, ebenfalls Columbia.
Im Ziel angekommen ballte Gerdemann die Fäuste und verlieh seiner Freude erstmal mit einem langen «Ja»-Schrei Ausdruck, bevor der Interview-Marathon begann.
Er war um 17:46 Uhr als letzter der 122 verbliebenen Fahrer ins Rennen gegangen und konnte sich so die Zeiten seiner Konkurrenten durchfunken lassen. Da es in der Hansestadt aber immer wieder regnete, waren die Abstände auf der 8. und letzten Etappe schwer einzuordnen. Bereits bei der ersten Zwischenzeit zeigte sich dann, dass Gerdemann der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein würde, da der Columbia-Kapitän den Vorsprung auf seinen Teamkollegen und schärfsten Konkurrenten um 16 Sekunden ausgebaut hatte. Pech hatte Lövkvist, als er kurz vor Schluss auf rutschiger Straße zu Fall kam und dadurch noch einmal kurz um seinen zweiten Platz bangen musste.
Mit dem Gesamtsieg gelang Gerdemann gegen Ende einer für ihn lange unglücklichen Saison der ersehnte Coup. Der Wahl-Schweizer aus Kreuzlingen war Ende März bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico schwer gestürzt und hatte sich einen Beinbruch und einen Kreuzbandanriss zugezogen. Daher verpasste der Münsteraner, der bei der Tour de France 2007 nach seinem Etappensieg einen Tag das Gelbe Trikot getragen hatte, die diesjährige Tour sowie die Olympischen Spiele.
Den Grundstein zu seinem Erfolg hatte Gerdemann mit dem Gewinn der Königsetappe am Samstag vor einer Woche im österreichischen Hochfügen gelegt. Für den gebürtigen Münsteraner, der im nächsten Jahr möglicherweise das Milram-Trikot tragen wird, war der Gewinn der D-Tour der fünfte Saisonsieg.
Im Kampf gegen die Uhr setzte sich der 23-jährige Martin mit 34 Sekunden Vorsprung vor seinem zweitplatzierten Teamkollegen Bert Grabsch und dem schwedischen Olympia-Zweiten Gustav Erik Larsson durch. Für Martin, der in diesem Jahr schon beim Giro d'Italia mit einem zweiten Platz im Zeitfahren überzeugte, war es ein ganz besonderer Sieg. «Das ist unglaublich. Das ist mein größter Erfolg», sagte Martin nach dem Rennen.
Mit dem Erfolg von Martin ging für das Team Columbia eine äußerst erfolgreiche Deutschland-Tour zu Ende. Neben vier Etappensiegen sprangen in der Gesamtwertung die Plätze eins und zwei heraus. Zudem gewann die Mannschaft die Nachwuchs- und Punktewertung. Das Bergtrikot ging an den Cottbuser Daniel Musiol vom Team Volksbank-Corratec.Später mehr
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