Profi-Radsport

"Fahre für den Besten"

Armstrong als Contador-Helfer zur Tour

01.12.2008 - (rsn/sid) – Lance Armstrong wird 2009 sein Comeback bei der Tour de France geben – und zwar als Helfer für seinen Teamkollegen Alberto Contador. Der siebenfache Toursieger bestätigte am Montagabend im Teamtrainingslager auf Teneriffa seine Absicht, im kommenden Jahr sowohl beim Giro d’Italia als auch in Frankreich anzutreten. Offenbar erkennt der 37-jährige Texaner bei der Tour die Führungsrolle des elf Jahre jüngeren Contador an. "Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. Bei der Tour werde ich meinen Job für das Team verrichten", sagte der US-Amerikaner mit Blick auf den Spanier.

Armstrong und Contador treffen beim Astana-Trainingslager in dieser Woche erstmals aufeinander. Der Toursieger von 2007 hatte zuvor offen über einen Teamwechsel nachgedacht, sollte Armstrong als Astana-Kapitän zur Tour antreten. In Anbetracht der neuen Situation lobte Contador seinen neuen Teamkollegen: „Seine enorme Erfahrung wird uns helfen“, so der Giro- und Vueltasieger von 2008. „Noch ist nicht klar, in welcher Form er sich befindet, aber er wird unser Team verbessern. Er ist sehr wichtig für die Tour.“

"Wir folgen der gleichen Maxime: Radsport ist Mannschaftssport. Aber alle feiern auch gerne Siege", sagte Armstrong. Astana ist mit zahlreichen Rundfahrtspezialisten gespickt, darunter auch der Deutsche Andreas Klöden, 2004 und 2006 Gesamtzweiter der Frankreich-Rundfahrt.

Damit bestreitet Armstrong erstmals in seiner Karriere in einem Jahr den Giro d'Italia und die Tour. 2005 hat der mittlerweile 37-Jährige seinen letzten von sieben Gesamtsiegen in Folge bei der Tour gefeiert. Armstrong, der nach seinem Rücktritt unter anderem drei Marathons gelaufen ist und in New York in 2:46:43 Stunden seine persönliche Bestzeit erzielt hatte, wird seine Comeback auf dem Rad nach dann knapp vier Jahren Pause im kommenden Januar bei der australischen Tour Down Under feiern.

Noch vor knapp zwei Wochen hatte der Texaner noch in einer englischen Tageszeitung erklärt, dass er Angst vor Übergriffen gewaltbereiter französischer Radsport-Fans habe. Armstrong gab einigen Teamchefs Mitschuld an der "aggressiven Stimmung" gegen ihn.

"Besonders die Verantwortlichen der französischen Mannschaften haben die Leute ermuntert, gegen mich zu protestieren. Wenn man liest, was über mich geschrieben wird, kann man durchaus denken, dass meine Sicherheit in Gefahr ist", sagte Armstrong damals und kündigte an: "Ich werde mich sicherlich nicht in eine gefährliche Situation begeben."

Als Grund für seine Unbeliebtheit sieht der Amerikaner die Dopingvorwürfe gegen seine Person an. Im Jahr 2005 war bei eingefrorenen Blutproben Armstrongs aus dem Jahr 1999 EPO nachgewiesen worden.

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