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19.01.2011 - Berlin (dpa) - Das jüngste Vorgehen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in der Causa Burckhard Bremer ist von Bundestagsabgeordneten aller Parteien aufs Schärfste kritisiert worden. Der Verband hatte über seinen Sportdirektor, dem Doping-Vertuschung vorgeworfen wird, ein Gutachten in Auftrag gegeben - ausgerechnet bei einem Justiziar, dessen Bruder für den BDR arbeitet. "Mir fehlen fast die Worte", sagte der SPD-Abgeordnete Martin Gerster im Sportausschuss des Bundestages. Frank Steffel (CDU) nannte die Entscheidung des Verbandes "instinktlos" und "verheerend".
Das Gutachten, dessen Inhalt zum Teil schon in die Öffentlichkeit gelangt war, geht laut BDR-Generalsekretär Martin Wolf nicht von einem Verfahren gegen Bremer aus. Die Wahl des Gutachters verteidigte Wolf: "Wir sind immer noch der Meinung, dass es objektiv ist." Bremer hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Der Grünen-Politiker Winfried Herrmann - einer der schärfsten Kritiker des Verbandes - warf dem BDR vor, "ein ziemlich fehlerhaftes Gutachten" vorzulegen, das nichts zur Dopingaufklärung beitrage. Es sei "vom Geist getragen, wie beweist man juristisch, dass man etwas nicht nachweisen kann". Herrmann forderte bereits mehrfach, dem BDR öffentliche Gelder zu streichen.
Das Bundesinnenministerium verkündete, das Gutachten derzeit durch das Bundesverwaltungsamt prüfen zu lassen. Daraufhin werde das BMI nach Rücksprache mit Verband und Experten über mögliche Konsequenzen beraten. Die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) teilte mit, in dem Fall auch den Rat der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angefordert zu haben. Diese Einschätzung wird in Kürze erwartet.