Pressekonferenz auf Mallorca

Contador: "Ich bin ein Vorbild an Sauberkeit"


Alberto Contador wehrt sich gegen eine mögliche Dopingsperre.

28.01.2011  |  Palma de Mallorca (dpa/rsn) - Alberto Contador will seine Dopingsperre in jedem Fall anfechten. Dabei spiele es keine Rolle, für wie lange er möglicherweise gesperrt werde, sagte der dreimalige Toursieger am Freitag auf der Ferieninsel Mallorca. Er beteuerte: "Ich habe mich niemals gedopt." Der spanische Radsportverband (RFEC) hatte sich zuvor in einer vorläufigen Entscheidung für eine Einjahressperre ausgesprochen.

"Ich bin ein Vorbild für viele Menschen. Ich weiß, wofür ich stehe, und aus diesem Grund habe ich niemals zu Dopingmitteln gegriffen. Ich kann nur mit erhobenem Kopf und in aller Klarheit sagen, dass ich ein Vorbild an Sauberkeit bin, und das werde ich beweisen", sagte der 28-jährige Madrilene mit viel Theatralik auf einer Pressekonferenz im Trainingscamp seines neuen Teams Saxo Bank-SunGard. Contador war am zweiten Ruhetag der letztjährigen Tour de France in Pau positiv auf Clenbuterol getestet worden. Er führt den Befund auf den Verzehr eines verunreinigten Steaks zurück und bestreitet jedes Doping.

"Mein einziger Fehler war, dass ich ein Stück Fleisch gegessen habe, ohne es vorher darauf analysiert zu haben, ob es Clenbuterol enthielt", sagte Contador. Er habe das Vertrauen in das Anti-Dopingsystem verloren. "Ich glaube nicht mehr daran. Dieses System ist hinfällig und veraltet." Der Spanier beklagte sich darüber, dass Gutachten der Presse zugespielt worden seien. "Man wollte meinen Namen beschmutzen, und das hat man auch geschafft."

Für ihn sei es daher auch eine Frage der Ehre, eine Sperre in jedem Fall anzufechten. Contador hat zehn Tage Zeit, um gegen die Entscheidung des RFEC Einspruch zu erheben. Danach fällt der Verband sein endgültiges Urteil. Dieses kann wiederum vor dem Internationalen Sportsgerichtshof (CAS) angefochten werden. "Ich werde solange Einspruch einlegen, bis meine Unschuld erwiesen ist", kündigte der Saxo Bank-Neuzugang an. Bei einer Sperre von einem Jahr würde ihm der Titel des Tour-Siegers 2010 aberkannt und der Zweite Andy Schleck zum Gewinner erklärt. Außerdem könnte Contador in diesem Jahr an der Frankreich-Rundfahrt nicht teilnehmen.

Jens Voigt, der im Vorjahr noch in der Mannschaft von Bjarne Riis gestanden hatte und jetzt für das Leopard-Team von Andy Schleck fährt, sagte: "Ich finde das Urteil (des RFEC) sehr unglücklich. Entweder er ist unschuldig und man spricht ihn frei, oder er ist schuldig, und er bekommt wie es im Reglement steht zwei Jahre. Ein Jahr: das ist nichts Halbes und nichts Ganzes."

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