Radsport News Teamcheck

FDJ-BigMat: Nur in Frankreich top

Von Christoph Adamietz


Die FDJ-BigMat-Equipe bei der Tour Down Under | Foto: ROTH

24.01.2012  |  (rsn) - Winterzeit ist Wechselzeit. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich auf dem Transfermarkt einiges getan. Um Sie zum bevorstehenden Saisonbeginn auf den aktuellsten Stand zu bringen, stellt Radsport News die 18 WorldTeams vor und beurteilt Stärken und Schwächen der einzelnen Mannschaften

Teil 11: FDJ-BigMat

Nach einem Jahr in der zweiten Liga meldet sich die Equipe von Marc Madiot wieder in der WorldTour zurück - und zwar mit dem neuen Co-Sponsor BigMat. In der höchsten Liga des Radsports wird sich für die Mannschaft  wohl wenig ändern. Madiot vertraut den bewährten Kraften, möchte auch künftig die französischen Talente fördern und vor allem in den heimischen Rennen Siege einfahren.

Kommen und Gehen: Trotz der Rückkehr in die WorldTour hat sich FDJ auf dem Transfermarkt zurückgehalten. Nur drei Fahrer haben das Team verlassen, fünf stießen neu dazu. Der Australier Wesley Sulzberger kehrte in seine Heimat zum neuen GreenEdge-Team zurück, der Belgier Gianni Meersman schloss sich Lotto-Belisol an und der Franzose Olivier Bonnaire ist derzeit noch ohne Job.

Um den WorldTour-Ansprüchen gerecht zu werden, wurde der Kader um zwei Fahrer vergrößert. Mit den erfahrenen Kräften Gabriel Rasch (von Garmin-Cervélo), Jussi Veikkanen und David Boucher (beide von Omega Pharma Lotto) sowie den beiden Neo-Profis Kenny Elissonde und Arnaud Demare - dem aktuellen U23-Weltmeister -, umfasst das Aufgebot nun 29 Akteure.

Die Kapitäne: FDJ verfügt über eine Handvoll herausragender Etappenjäger und Spezialisten für Eintagesrennen. Dazu zählen die Franzose Sandy Casar, Pierrick Fedrigo, Anthony Roux, Yoann Offredo und Anthony Geslin. In den Rundfahrten auf Gesamtwertung soll Arnold Jeannesson fahren. Der Franzose belegte Platz 15 bei der Tour de France 2011. Auch Roux - im vergangenen Jahr Gesamtsieger bei der Sarthe-Rundfahrt und dem Circuit Lorraine - hat sein Potenzial bei kürzeren Rundfahrten zuletzt unter Beweis stellen können. Gleiches gilt für Thibaut Pinot, einen weiteren Franzosen, der 2011 unter anderem die Lombardische Woche gewann. Auf mittelschwerem bis bergigen Terrain können auch die routinierten Casar und Fedrigo vorne reinfahren. Der 33-jährige Fedrigo, dreifacher Tour-Etappensieger, will das schwache vergangene Jahr, in dem er durch eine Krankheit lange Zeit außer Gefecht getzt wurde, vergessen machen

Für die Spitzenergebnisse ini den Sprints ist in erster Linie nach wie vor der Weißrusse Yauheni Hutarovich verantwortlich. Aber auch der Franzose Nacer Bouhanni hat bewiesen, dass er für bei Massenankünften das Podium gut ist. Bei den flämischen Klassikern sollen es sein Landsmann William Bonnet, im Vorjahr Sechster beim E3 Prijs und der Kanadier Dominique Rollin, 2011 Fünfzehnter der Flandern-Rundfahrt, richten. Für sein letztes Paris-Roubaix hatte sich der Sieger von 1997, Frederic Guesdon, viel vorgenommen. Doch nach einem schlimmen Sturz zu Beginn der Tour Down Under ist es fraglich, ob der 40-jährige Franzose noch einmal zurückkommt. Guesdon wollte seine lange Karriere unmittelbar nach dem Frühjahrsklassiker beenden

Der Geheimtipp: Eigentlich steht Kenny Elissonde ganz klar im Schatten von Arnaud Demare, dem U23-Weltmeister von Kopenhagen. Doch der 20-jährige Elissonde braucht sich vor seinem bekannteren Landsmann nicht zu verstecken. So gewann er 2011 unter anderem die prestigeträchtige Nachwuchs-Rundfahrt Ronde de l`Isard und konnte anschließend als Stagiaire für FDJ bei der schweren Burgos-Rundfahrt mit Platz 13 der Gesamtwertung überraschen. Da im Aufgebot nur wenige bergfeste Rundfahrer und Klassiker-Spezialisten stehen, könnte der junge Franzose bereits 2012 viele Freiheiten bekommen.

Stärken und Schwächen: Für die französischen Rennen ist FDJ hervorragend aufgestellt. Vor allem in den kleineren französischen Eintagesrennen und Rundfahrten wird der Sieg zumeist nur über Madiots Mannen führen. Allein Hutarovch ist für eine Handvoll Sprintsiege gut. Allerdings fehlen dem Team Fahrer, die sowohl bei den größeren Rundfahrten als auch bei den Klassikern auf dem Podium landen könnten. Da viele der FDJ-Profis ihre besten Jahre noch vor sich haben, kann es aber sein, dass sich der eine oder andere in dieser Saison deutlich verbessern wird. 

Prognose: Bei den zum Coupe de France zählenden Wettbewerben wird FDJ eine Macht sein. Auch bei den großen heimischen Rennen wie Paris-Nizza, dem Critérium du Dauphiné oder der Tour de France hat die Equipe gute Chancen auf Etappensiege. Ein ganz großer Coup außerhalb der Landesgrenzen wird aber wohl nicht drin sein.

FDJ-Bigmat 2012: William Bonnet, David Boucher, Nacer Bouhanni, Sandy Casar, Steve Chainel, Arnaud Courteille, Mickael Delage, Arnaud Demare, Kenny Elissonde, Pierrick Fedrigo, Arnaud Gerard, Anthony Geslin, Frederic Guesdon, Arnold Jeannesson, Mathieu Ladagnous, Francis Mourey, Yoann Offredo, Remi Pauriol, Cedric Pineau, Thibaut Pinot, Anthony Roux, Jeremy Roy, Geoffrey Soupe, Benoit Vaugrenard, Arthur Vichot (alle Frankreich), Gabriel Rasch (Norwegen), Yauheni Hutarovich (Weißrussland), Dominique Rollin (Kanada), Jussi Veikkanen (Finnland)

Zugänge: David Boucher, Jussi Veikkanen (beide Omega Pharma-Lotto), Gabriel Rasch (Garmin-Cervelo), Arnaud Demare, Kenny Elissonde (beide Neo-Profi)

Abgänge: Gianni Meersman (Lotto-Belisol), Wesley Sulzberger (GreenEdge), Olivier Bonnaire (Ziel unbekannt)

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