Davidenok folgt auf Iglinskiy-Brüder

WorldTour-Lizenz in Gefahr: Dritter Dopingfall im Team Astana

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Alexander Winokurow muss der UCI in Aigle nun sehr viel erklären. | Foto: Cor Vos

16.10.2014  |  (rsn) – Nicht nur Valentin und Maxim Iglinskiy, auch Ilya Davidenok – Ende September Achter im WM-Rennen der U23 - hat im August bei einem Dopingtest ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis produziert. Der Kasache, der seit Anfang 2012 für das Continental-Team der kasachischen Equipe fährt und seit dem 1. August 2014 als Stagiaire im WorldTour-Kader stand, wurde am Tag seines Etappensieges am Plateau de Solaison bei der Tour de l’Avenir positiv auf anabole Steroide getestet. Ob der 22-Jährige wie seine beiden Landsmänner auf die Öffnung der B-Probe verzichtet, ist bislang nicht bekannt.

Das gab der Radsport-Weltverband (UCI) bekannt, der gleichzeitig erklärte, dass die Lizenz-Kommission die Astana-Mannschaft nun genau unter die Lupe nehmen werde. „Die Lizenz-Kommission soll das Management und die Anti-Doping-Politik der Mannschaft untersuchen“, heißt es in einer Pressmitteilung der UCI. 

Schon bevor das Testergebnis von Davidenok öffentlich wurde, hatte der Weltverband Teamchef Alexander Winokurow zum UCI-Hauptquartier nach Aigle bestellt, um die Iglinskiy-Fälle zu besprechen. Es wird gemutmaßt, dass Astana für die kommende Saison keine WorldTour-Lizenz bekommen könnte. 

„Zusammen mit unserem Anwalt und dem Teamarzt werden wir alle Unterlagen vorlegen. Die Fahrer haben unabhängig vom Team gehandelt“, erklärte Winokurow im Bezug auf das Bruderpaar vorab. In dieses Schema passt nun auch der Davidenok-Fall. Denn der 22-Jährige produzierte ausgerechnet bei dem Rennen ein unerwünschtes Testergebnis, das er nicht direkt für das Astana-Team, sondern für die kasachische Nationalmannschaft bestritt, da die Tour de l'Avenir zum Nationen-Cup gehört. 

Trotzdem dürften die neuen Erkenntnisse den UCI-Termin von Winokurow nun noch dringlicher und die Lizenz-Situation seines Teams noch prekärer machen. Zwar sehen die UCI-Statuten nicht direkt einen Lizenzentzug für einen solchen Fall vor, doch bei Auffälligkeiten obliegt es der Lizenz-Kommission, Prüfungen anzustellen und die noch bis ins Jahr 2016 gültige Lizenz gegebenenfalls zurückzunehmen.

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