Bahn-WM: Chemnitzer holt drei Medaillen

Eilers: In Rio soll der Gold-Traum weitergehen

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Joachim Eilers wurde bei der Bahn-WM in London Doppel-Weltmeister. | Foto: Cor Vos

07.03.2016  |  London (dpa) - Bei der Abschlussfeier der deutschen Mannschaft in London musste Joachim Eilers eine Runde ausgeben - und er tat es mit Vergnügen. Dass er nach der Bahn-WM als Doppel-Weltmeister dasteht, hätte der gebürtige Kölner noch vor acht Monaten nicht zu träumen gewagt.

"Ich habe meinen Olympia-Traum schon platzen sehen, nachdem ich im Sommer den schweren Unfall hatte", berichtete Eilers von seinen bitteren Momenten im Juli 2015.

Was war passiert? Beim Sprint-Wettkampf in Cottbus war der 25-Jährige über den Kolumbianer Fabian Puerta gestürzt, die harte Piste entlanggerutscht und mit dem Schultereckgelenk gegen eine Betonplatte geknallt. Er erlitt einen fünffachen Oberarmbruch. "Die Ärzte haben mich wieder zusammengeflickt", erzählte Eilers, der sechs Wochen nicht richtig trainieren konnte. Heute kann er darüber lachen. "Ich habe noch drei Titaniumschrauben drin. Ich bin stabiler geworden."

Wie stabil er ist, musste die geballte internationale Konkurrenz schmerzhaft erfahren. Im nicht-olympischen 1000-Meter-Zeitfahren holte er seinen ersten Titel, die Krönung folgte am Sonntag mit Gold im Keirin nach einem Foto-Finish. "Das ist ein Traum, mich muss nur noch jemand aufwecken. Ich werde einige Tage brauchen, um das zu realisieren", sagte Eilers, der auch noch Bronze im Teamsprint gewann und als großer Hoffnungsträger für Rio gilt.

Mit drei Medaillen verließ Eilers am Montag London. Die Heimat ist inzwischen Chemnitz, wo er unter Trainer Ralph Müller zum Weltklasse-Athleten gereift ist. Und die edlen Plaketten aus London sollen diesmal nicht wie üblich im Karton verschwinden. "Ich muss sehen, dass ich jemanden beauftrage, die Medaillen ordnungsgemäß aufzuhängen. Dekorative Fähigkeiten sind nicht meine Stärke", gibt Eilers zu, der nun auch zu den Medaillenkandidaten in Rio zählen wird.

Im Teamsprint ist er als Schlussfahrer gesetzt. Schon bei der WM in London hatte er mit einer starken letzten Runde Platz drei gerettet. Und seit Sonntag zählt er zu den ganz heißen Anwärtern auf eine Keirin-Medaille. "Wenn es gelingt, wäre es ein genialer Traum. Olympia ist absolut mein Ziel. Man hat ja teilweise nur einmal die Chance, dabei zu sein", betonte Eilers.

Bevor der Countdown für Rio losgeht, will der Doppel-Weltmeister erstmal eine zweiwöchige Pause einlegen und seine Eltern im Rheinland besuchen. Ende März geht es dann mit dem Aufbautraining auf Mallorca weiter. Damit der Traum weitergeht.

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