Ohne Krieger und Heming

Tudor-Kader für 2026 komplett

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Tudor-Kader für 2026 komplett"
Sein eigener Instagram-Post stellt die Fortsetzung der Profikarriere von Mika Heming infrage. | Foto: Cor Vos

16.10.2025  |  (rsn) – Ein Puzzleteil hatte noch gefehlt, doch jetzt ist das Bild komplett. Roland Thalmann hat seinen Vertrag bei Tudor um ein Jahr verlängert. Der 32 Jahre Schweizer Allrounder gehört seit 2023 zum Team und wird auch in der kommenden Saison als Allround-Helfer an den Start gehen. Mit Thalmanns Vertragsverlängerung ist aber auch klar, dass das auf zwei deutsche Profis nicht zutreffen wird, denn der Eidgenosse nimmt den letzten Platz im 30-köpfigen Kader ein, der noch vakant war.

Während Marco Brenner, Marius Mayrhofer, Florian Stork und Hannes Wilksch weiterhin im schwarzen Trikot des Rennstalls unterwegs sein werden, endet die Reise bei Tudor dagegen für Alexander Krieger und Mika Heming. Und vielleicht nicht nur die im Team, sondern auch die im Profi-Radsport. Krieger ist mittlerweile 33 Jahre alt und hat mit Abschluss dieser Saison sechs Profisaisons auf dem Buckel. Der Spätberufene ist Leadout-Spezialist und war in seinen zwei Tudor-Jahren, die auch immer wieder von Verletzungen geprägt waren, überwiegend an der Seite von Maikel Zijlaard unterwegs. Im aber zunehmend rundfahrt- und klassikerlastigen Kader der Schweizer ist kaum Platz für einen Anfahrer eines Sprinters, der in dieser Disziplin noch kein Rennen gewonnen hat. Vor allem nicht, da Tudor den eigenen WorldTour-Plänen etwas hinterherhinkt, wie Teamchef Fabian Cancellara jüngst sagte.

Deutsche Spitzen-Anfahrer nicht mehr gefragt

Da in Alberto Dainese zudem einer der wenigen schnellen Männer, zu denen ansonsten nur noch Arvid de Kleijn zu zählen ist, zu Soudal – Quick-Step wechselt und in Luca Mozzato allenfalls ein Teilzeit-Sprinter neu dazustößt, sind Kriegers Fähigkeiten in der Schweiz nicht mehr gefragt. Ob das anderswo der Fall sein wird, muss sich erst noch zeigen. Die Gerüchteküche hat jedenfalls noch nichts unter dem Namen Krieger hervorgebracht. Gegenüber RSN hatte der Stuttgarter während des Giro d’Italia allerdings noch gesagt, noch kein Ende seiner aktiven Karriere zu sehen. Allerdings sind da aber auch immer mindestens zwei Seiten gefragt.

Würde Krieger zum Jahresende aufhören, wäre er unter Umständen nicht der einzige deutsche Top-Anfahrer, der künftig nicht mehr zum Peloton gehört. Denn am Rande des Münsterland Giro verbreitete auch Michael Schwarzmann, der noch bei Israel – Premier Tech unter Vertrag steht, durch aus Abschiedsstimmung. Offiziell ist aber auch das noch nicht.

Mehrdeutiger Instagram-Post: Beendet Heming seine Profikarriere?

Stichwort Abschiedsstimmung: Die hat Mika Heming bereits vor drei Tagen auf Instagram durchklingen lassen. “Das waren drei Jahre … Ich habe mir meinen Kindheitstraum erfüllt, bin die größten Rennen der Welt gefahren, habe viel gelernt und dabei viele tolle Menschen kennengelernt“, schrieb er dort und nahm sein Ende bei Tudor damit bereits vorweg. Allerdings könnten die weiteren Sätze auch mehr bedeuten als nur einen Teamwechsel.

“Vielen Dank an alle, die daran beteiligt waren und dies möglich gemacht haben. Jetzt starten wir etwas Neues, das sehr spannend sein wird.“ Ob Heming seine Karriere als Profi fortsetzen wird, ließ er offen. Der 25-Jährige, der in Prag lebt und nebenbei Psychologie studiert, hätte rein vom Alter her noch ein paar gute Jahre vor sich. Ob sich das aber auch mit anderen Ambitionen deckt, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen.

Auch ohne Heming und Krieger bleibt Tudor eine deutsche Hochburg. Vier (oder mehr) Profis aus der Bundesrepublik kann ansonsten nur noch Red Bull – BORA – hansgrohe vorweisen. Ansonsten bleibt die schweizerische Mannschaft weiterhin stark national geprägt. Neun Schweizer zählen 2026 zum Team. Nur zwölf Fahrer kommen nicht aus der Schweiz oder einem ihrer direkten Nachbarländer.

Der Kader von Tudor Pro Cycling für die Saison 2026:

Julian Alaphilippe (FRA), Will Barta (USA), Marco Brenner (GER), Arvid de Kleijn (NED), Robin Donzé (SUI), Jacob Eriksson (SWE), Robin Froidevaux (SUI), Marco Haller (AUT), Marc Hirschi (SUI), Petr Kelemen (CZE), Arthur Kluckers (LUX), Sebastian Kolze Changizi (DEN), Stefan Küng (SUI), Fabian Lienhard (SUI), Marius Mayrhofer (GER), Aivaras Mikutis (LTU), Luca Mozzato (ITA), Rick Pluimers (NED), Mathys Rondel (FRA), Michael Storer (AUS), Florian Stork (GER), Joel Suter (SUI), Roland Thalmann (SUI), Matteo Trentin (ITA), Yannis Voisard (SUI), Larry Warbasse (USA), Fabian Weiss (SUI), Hannes Wilksch (GER), Luc Wirtgen (LUX), Maikel Zijlaard (NED)

Weitere Radsportnachrichten

26.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

25.09.2026Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6.

(rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt. Die Plät

25.09.2026Deutsche U23 selbstkritisch: “Weit unter unseren Möglichkeiten“

(rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Boc

25.09.2026Neira besorgt Spanien den nächsten U19-Titel, Grossmann holt Bronze

(rsn) – Alejandra Neira hat die spanische Siegesserie bei U19-Weltmeisterschaften fortgesetzt. Ein Jahr nach dem Triumph von Paula Ostiz bei den Juniorinnen in Kigali sowie einen Tag nach dem Sieg v

25.09.2026Barry fährt am Geburtstag in der Gruppe des Tages zum Titel

(rsn) – Noch bevor bei der Podiumszeremonie “The Star-Spangled Banner“ erklang, stimmte das Publikum “Happy Birthday to you“ an. Denn an seinem 19. Geburtstag hat sich Ashlin Barry den Tit

25.09.2026WM-Raser kommt nicht ungestraft davon

(rsn) – Der spanische Teammanager, der beim WM-Juniorenrennen der Männer mit dem Teamauto über die Strecke gerast ist, kommt nicht ungestraft davon. Eleuterio Anguita wird vom Rest der Straßen-We

25.09.2026Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech

(rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martínez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste i

25.09.2026Walscheid beendet seine Karriere

(rsn) - Nach elf Jahren als Berufsradfahrer wird Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) seine Karriere am Ende der Saison beenden und in eine neue Rolle in Lidls Leistungszentrum in Bad Wimpfen an der S

25.09.2026Cobo schafft den Sprung in die WorldTour

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

25.09.2026Wer kann Vallieres den Titel beim Heimspiel entreißen?

(rsn) – Am Samstag möchte Magdeleine Vallieres in Montreal, 130 Kilometer von ihrer Geburtsstadt Sherbrook entfernt, ihren in Kigali errungenen Sensationstitel verteidigen. Einfach wird das Heimspi

25.09.2026Winter wollte schlau fahren, hatte aber “fast keine Ahnung, wie´s geht“

(rsn) - Obwohl sie im Straßenrennen nur knapp eine Medaille verpasste, stellte sich Mara Winter nach dem harten Rennen der U23-Fahrerinnen, das sie über zehn Runden auf dem schweren Straßenkurs in

25.09.2026WM-Fünfter Hettegger: “Musste was machen mit meinen Haxn“

(rsn) – Zum zweiten Mal seit dem Gewinn des Weltmeistertitels durch Felix Gall 2015 in Richmond in den USA hat es am Donnerstag ein Österreicher in die Top 5 der Junioren-WM geschafft: Nach Platz f

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Grand Prix Cerami (1.2, BEL)