WM 2006: Ullrichs Start ungewiss

BDR hat Regenbogentrikots im Visier

09.12.2005  |  Jan Ullrich, Fabian Wegmann, Thomas Fothen, Jens Voigt und Patrik Sinkewitz – nach einer ersten WM-Stippvisite in Salzburg rechnet sich der Bund Deutscher Radfahrer durchaus Chancen auf das eine oder andere Regenbogentrikot bei der Rad WM in Österreich von 19. bis 24. September 2006 aus.

“Weltmeisterschaften sind für uns immer das Saisonhighlight und haben einen entsprechend hohen Stellenwert“, meinen Burckhard Bremer, Leistungssportdirektor des BDR, und Karsten Schütze, Generalsekretär des BDR, die offiziell mit den Vorbereitungen für die UCI Straßen Rad WM 2006 in Salzburg begonnen haben. Bei einem ersten WM-Besuch in Salzburg wurden die ersten Vorkehrungen für die WM 2006 getroffen.

“Der Kurs ist extrem anspruchsvoll. Erst der harte Anstieg bei Tiefenbach, dann geht es immer leicht wellig dahin und auch die Abfahrten verlangen technisch einiges von den Fahrern ab“, Burckhard Bremer zeigte sich von der Strecke beeindruckt. “Beim Straßenrennen könnten Ullrich oder Wegmann punkten, auch beim Zeitfahren sollten Ullrich oder Fothen vorne mit dabei sein“, der Profipool der Deutschen weist viele hochkarätige Fahrer auf, die bei den Straßen Rad Weltmeisterschaften in Salzburg um den einen oder anderen Weltmeistertitel mitmischen können. “Bei den Pro Tour Fahrern ist es aber immer schwierig abzuschätzen, wer letztendlich bei der WM starten wird und wer nicht“, betont Bremer. Für die Teams zählen in erster Linie die großen Rundfahrten wie die Tour de France oder die Vuelta. “Wir haben es aber noch immer geschafft, bei Weltmeisterschaften Top-Fahrer am Start zu haben und gute Ergebnisse zu erzielen“, die für den Bund Deutscher Radfahrer vor allem in Hinblick auf Fördermittel vom Bund aber natürlich auch für die Sponsoren, die sich bei Weltmeisterschaften mit den Top-Athleten präsentieren können, von enormem Wert sind. Gute Platzierungen beziehungsweise Weltmeistertitel bei der WM in Salzburg sind aber auch im Hinblick auf die Straßen Rad WM 2007 in Stuttgart erstrebenswert. “Titelverteidigungen sind immer gut, noch dazu, wenn man sie im eigenen Land verteidigen kann“, so der Generalsekretär des BDR Karsten Schütze. Damit würde zusätzlich auch das ohnehin schon gewaltige Zuschauerinteresse für die Heim WM gefördert werden.

Speziell auf die WM in Salzburg vorbereiten wird man sich - im Gegensatz zur Schweiz oder den Engländern, die ein WM-Trainingslager in Salzburg machen werden - beim Bund Deutscher Radfahrer jedoch nicht. “Der Terminplan der Profis ist schon sehr eng, außerdem liegt der Schwerpunkt in Deutschland ohnehin auf zwei Teams (Anm. T-Mobile und Gerolsteiner), wo sich die Fahrer untereinander kennen“, so Bremer. Das deutsche WM Team wird sich daher, laut Bremer, eventuell am Donnerstag vor der WM treffen, es wird eine längere gemeinsame Ausfahrt geben, “in Salzburg wird sich das Team mit dem Trainer dann nur noch mal zusammensetzen und die Taktik besprechen“.

Ob Jan Ullrich in Salzburg an den Start gehen wird oder nicht bleibt weiterhin ein Geheimnis. “Das hängt von der Tour ab. Gewinnt Jan, wird er in Salzburg ziemlich sicher nicht starten“, schätzt Bremer. “Wenn Jan in Salzburg startet, glaube ich, dass er sich eher auf das Straßenrennen konzentrieren wird. Weltmeister im Einzelzeitfahren ist er bereits, im Straßenrennen fehlt ihm noch der Titel.“

Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften in Verona und Madrid holten Judith Arndt und Regina Schleicher Gold für Deutschland im Straßenrennen. Für Salzburg tippt Burckhard Bremer wieder auf Judith Arndt: “Das ist Judiths Kurs!“ In Bezug auf das Sraßenrennen der U23-Fahrer verglich der Leistungssportdirektor die Medaillenchancen mit einem Glücksspiel: “Bei den U23-Fahrern gibt es eine sehr große Konkurrenz. Wobei auch viele gute Fahrer durch den Rost fallen, weil sie bei einem ProTour-Team fahren und deshalb nicht starten dürfen.“

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