Valencia-Rundfahrt: Solo zum ersten Saisonsieg

Martin hatte einen Plan - und der ging auf

Von Daniel Brickwedde


Tony Martin (Katusha-Alpecin) gewinnt die 2. Etappe der Valencia-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

02.02.2017  |  (rsn) - Am Vortag war Tony Martin mit dem Debüt für sein neues Team Katusha-Alpecin noch unzufrieden. Zum Auftakt der 68. Valencia-Rundfahrt reichte es im Mannschaftszeitfahren nur zu Platz acht – die Erwartungen waren andere gewesen. Einen Tag später war das jedoch vergessen. Der Zeitfahrweltmeister schlug umgehend zurück und feierte auf der welligen 2. Etappe der Rundfahrt zwischen Alicante und Denia einen beeindruckenden Solosieg.

Eine kleine Verfolgergruppe um Nairo Quintana (Movistar) blieb nach 181 Kilometern um elf Sekunden das Nachsehen, Platz zwei ging im Sprint an Pim Ligthart (Roompot) vor Primož Roglic (LottoNL-Jumbo). Die Spitze der Gesamtwertung übernahm Greg Van Avermaet (BMC).

Die Entscheidung fiel am Alto de Montgo (3. Kat.). Der letzte Anstieg des Tages war sieben Kilometer vor dem Etappenende erreicht, danach ging es nur noch bergab bis ins Ziel. Perfektes Terrain für Attacken – das Feld wurde entsprechend am kurzen und durchschnittlich 5,5 Prozent steilen Anstieg auseinandergerissen.

Und die erste Attacke saß sofort: Tony Martin löste sich mit David De la Cruz (Quick-Step) aus dem Feld, entledigte sich später noch seines spanischen Begleiters und erreichte den Gipfel mit wenigen Sekunden Vorsprung als Solist. Eine Lücke, die gegen den tempofesten viermaligen Zeitfahrweltmeister nicht mehr zu schließen war.

Entsprechend ausgiebig konnte Martin kurz vor dem Ziel seinen Sieg genießen - ein perfekter Einstand bei seinem neuen Team. "Es war vom Profil und vom Wetter eine schwere Etappe. Und es gab viele Stürze – ich selber kam zweimal zu Fall. Aber ich kannte das Finale sehr gut aus vielen Trainingseinheiten, die wir hier hatten. Ich bin in guter Form und hatte einen Plan im Kopf – und der ging perfekt auf", freute sich Martin im Ziel.

Hinter dem 31-Jährigen erreichte eine siebenköpfige Verfolgergruppe das Ziel. Prominestes Mitglied war Quintana, der im unübersichtlichen Finale 45 Sekunden auf Vorjahressieger Wouter Poels (Sky) aufholen konnte und diesen in der Gesamtwertung überholte. Der Kolumbianer liegt nun auf Platz zehn mit 54 Sekunden Rückstand, Poels auf Position Zwölf (+0:58).

An der Spitze des Klassements wechselte das Führungstrikot innerhalb der amerikanischen Equipe BMC. Manuel Senni durfte nach der ersten Etappe das Leadertrikot überstreifen, verlor es aber nach nur einem Tag um zwei Sekunden an seinen zuvor zeitgleichen Teamkollegen Van Avermaet. Der Belgier beendete die Etappe als Achter (+0:19), Senni erreichte als 17. (+0:21) das Ziel.

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