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17.05.2017 | (rsn) - Favoritensieg in Morro Bay: Peter Sagan (Bora-hansgrohe) hat bei der wie für ihn geschaffenen Zielankunft am dritten Tag der Amgen Tour of California trotz schlechter Ausgangsposition im Sprint seinen 16. Tageserfolg im US-Westküstenstaat gefeiert. Der "König von Kalifornien" setzte sich auf der ansteigenden Zielgeraden in der Küstenstadt vor Rick Zabel (Katusha-Alpecin) sowie Simone Consonni (UAE Team Emirates) durch und sorgte für den zweiten Sieg der Bora-hansgrohe-Mannschaft in Folge.
"Ich bin sehr froh, weil es für unser Team so gut läuft. Wir haben gestern und heute gewonnen und auch das Gelbe Trikot weiterhin bei uns", sagte Sagan mit Blick auf den bei der Pressekonferenz neben ihm sitzenden Gesamtführenden Rafal Majka. Durch den Erfolg in Morro Bay hat Sagan seit seinem Kalifornien-Debüt als 20-Jähriger in der Saison 2010 bei jeder Rundfahrt durch den Sonnenstaat mindestens eine Etappe gewonnen. Und das, obwohl es auf dem Schlusskilometer des 192,5 Kilometer langen Teilstücks zunächst gar nicht so gut für ihn aussah.
"Ich war in der vorletzten Kurve weit hinten und habe dann bis zur letzten Kurve versucht, Plätze gut zu machen", erzählte Sagan. "Danach war es ein großes Durcheinander und ich bin irgendwann einfach losgesprintet."
Das tat der Slowake gerade noch früh genug, um auf den letzten 100 Metern Zabel abzufangen, aus dessen Leadout für Alexander Kristoff ein langer Sprint wurde, weil sein norwegischer Kapitän es nicht schaffte, vom Hinterrad vorbeizuziehen. "Wir sind an dritter und vierter Stelle um die letzte Kurve gekommen. Dann kam ich an die Spitze und habe Vollgas gegeben, um möglichst lange einen möglichst guten Leadout zu fahren. Aber niemand kam an mir vorbei, und 150 Meter vor dem Ziel dachte ich für eine Sekunde, dass ich vielleicht sogar gewinnen könnte", erzählte Zabel später. "Dann kam allerdings auch schon Sagan vorbei - gegen ihn zu verlieren ist keine Schande." Kristoff wurde schließlich Vierter.
Enttäuschend verlief das Finale in Morro Bay für John Degenkolb (Trek-Segafredo), dem die Ankunft ähnlich gut hätte liegen sollen wie Sagan. Doch der Oberurseler verlor kurz vor der 1.000-Meter-Marke seinen Sprintzug sowie einige Positionen und kam letztlich nicht über Rang 15 hinaus - drei Plätze hinter Marcel Kittel (Quick-Step Floors).
Bevor es in Morro Bay zum erwarteten Sprint kam, prägte eine fünfköpfige Spitzengruppe um das Jelly-Belly-Duo Sean Bennett und Ben Wolfe sowie Federico Zurlo (UAE Team Emirates), David Lozano (Novo Nordisk) und Danny Pate (Rally Cycling) das Bild des Tages. Das Quintett löste sich sofort nach dem Start aus dem Peloton und fuhr schnell einen Vorsprung von bis zu fünf Minuten heraus.
Im Feld kontrollierten hauptsächlich Bora-hansgrohe, Quick-Step Floors und Trek-Segafredo den Abstand und brachten ihn 40 Kilometer vor dem Ziel auf 1:30 Minuten herunter. Am zweiten Zwischensprint 28 Kilometer vor dem Ziel blieben den Ausreißern noch 55 Sekunden Vorsprung und 19 Kilometer vor dem Ziel ließ Wolfe seine Begleiter stehen. Er kämpfte noch zehn Kilometer allein gegen den in den gesamten letzten zwei Rennstunden starken Gegenwind, während die anderen Ausreißer kurz darauf gestellt wurden. Kurz bevor sieben Kilometer vor dem Ziel der Highway 1 verlassen wurde und kleinere Straßen nach Morro Bay hineinführten, war aber auch Wolfe gestellt und die Sprintvorbereitungen begannen.
Es schien perfekt für Degenkolb und Trek-Segafredo zu laufen, als die Männer in Rot-Schwarz mit Koen de Kort und Kiel Reijnen an der Spitze auf die letzten zwei Kilometer kamen. Doch dahinter verlor Degenkolb seine Position, so dass er letztlich nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen konnte. Stattdessen führte Zabel das Feld nach der letzten Kurve eine kurze, steile Rampe hinauf in die Zielgerade hinein und zog lange voll durch - in der Hoffnung, dass Kristoff von seinem Hinterrad zum Sieg sprinten würde. Doch nur Sagan kam noch am 23-Jährigen vorbei und verhinderte dessen ersten WorldTour-Sieg.
Tageserwertung:
1. Peter Sagan (Bora-hansgrohe)
2. Rick Zabel (Katusha-Alpecin) s.t.
3. Simone Consonni (UAE Team Emirates) s.t.
4. Alexander Kristoff (Katusha-Alpecin) s.t.
5. Jean-Pierre Drucker (BMC) s.t.
6. Reinardt Janse van Rensburg (Dimension Data) s.t.
7. Taylor Phinney (Cannondale-Drapac) s.t.
8. Ramon Sinkeldam (Sunweb) s.t.
9. Travis McCabe (UnitedHealthcare) s.t.
10. Mike Teunissen (Sunweb) s.t.
Gesamtwertung:
1. Rafal Majka (Bora-hansgrohe)
2. George Bennett (LottoNL-Jumbo) + 0:02 Minuten
3. Ian Boswell (Sky) + 0:14
4. Lachlan Morton (Dimension Data) + 0:16
5. Robert Gesink (LottoNL-Jumbo) + 0:45
Interview mit Rick Zabel:
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