Eingeklemmt und nur auf Rang 12 in Zabrze

Ackermanns Siegesserie endet auf dem LottoNL-Abstellgleis

Von Felix Mattis

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Pascal Ackermann und Bora-Hansgrohe Pressesprecherin Nadine Pfeffer nach Etappe 2 der Polen-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

06.08.2018  |  (rsn) - Den Hattrick in Polen und den fünften rennübergreifenden Sieg in Folge hat Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) am Montag in Zabrze verpasst. Der Deutsche Meister musste sich am Ende der 140 Kilometer langen 3. Etappe der 75. Polen-Rundfahrt mit Rang zwölf begnügen, nachdem er im entscheidenden Moment zu Beginn des erwarteten Massensprints auf der rechten Straßenseite eingeklemmt war. "Als wir ins Finale kamen, habe ich die falsche Seite gewählt", gab sich der 24-Jährige selbstkritisch. "Aber ja, das ist Radsport: Manchmal gewinnst du und manchmal eben nicht. In einem Massensprint musst Du Dich innerhalb von Sekunden entscheiden."

Bis dahin war für den Mann im Gelben Trikot, der die ersten beiden Etappen jeweils in beeindruckender Manier im Sprint für sich entschieden hatte, alles nach Plan gelaufen. Seine Bora-hansgrohe-Mannschaft hatte das Rennen kontrolliert und die Ausreißer des Tages nicht allzu weit weg gelassen. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel sorgten Ackermanns Teamkollegen für den Zusammenschluss und bereiteten anschließend erneut stark den Sprint vor - mit Ackermann stets unter den ersten zehn Mann des Feldes. Auch als Mitchelton-Scott 2,5 Kilometer vor dem Ziel die ersten drei Plätze im Feld einnahm, blieb man ruhig und Ackermann ideal positioniert an sechster Stelle.

"Die Jungs sind wirklich stark gefahren", lobte Ackermann deshalb später, und auch der Sportliche Leiter Steffen Radochla stimmte zu: "Es sah alles perfekt aus." Doch auf dem Schlusskilometer wendete sich langsam das Blatt. Nachdem LottoNL-Jumbo mit seinem Zug für Danny van Poppel die Bora-hansgrohe-Phalanx unterbrach, schob sich eingangs der knapp 1.000 Meter langen Zielgeraden links auch Quick-Step Floors nach vorne. Ackermann ging ans Hinterrad eines der letzten Quick-Step-Anfahrer und hatte seinerseits Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo) sowie Michael Morkov, den letzten Anfahrer von Alvaro Hodeg (Quick-Step Floors) hinter sich.

500 Meter vor dem Ziel aber kam rechts Groupama-FDJ nach vorne und Ackermann folgte, noch immer bestens positioniert, nun an vierter Stelle dieses Zuges, während vorne rechts noch immer LottoNL-Jumbo fuhr - schon seit mehreren hundert Metern mit Tom Leezer vor van Poppel.

Als dann 300 Meter vor dem Ziel FDJ-Sprinter Marc Sarreau kurz zögerte und nicht selbst losspurtete, sondern nach rechts an van Poppels Hinterrad zog, ließ sich auch Ackermann zu dieser Bewegung verleiten und fuhr rechts an Sarreau vorbei neben van Poppel. Dessen Anfahrer Leezer war nun aber schon lange im Wind und wurde langsamer, van Poppel wartete einen Moment zu lange und das Tempo war raus - während im gleichen Moment Morkov Ackermanns Fehler erkannte und nach links lossprintete, um seinen Kapitän Hodeg perfekt zu lancieren.

Der Dänische Meister und der Kolumbianer rissen mit ihren Antritten sogar eine kleine Lücke, die André Greipel (Lotto Soudal) zu schließen versuchte, und Hodeg war nicht mehr zu schlagen. Ackermann spurtete noch mit, fuhr aber nur noch um eine Top-Ten-Platzierung, die er um zwei Plätze verpasste. Der Zug zum Sieg war abgefahren, als er aufs LottoNL-Jumbo-Abstellgleis abbog.

"Es ist natürlich schade, aber ein wenig Glück gehört auch immer dazu", meinte Radochla. Für Ackermann ist die Siegesserie beendet, doch spätestens am Dienstag wäre das wohl ohnehin der Fall gewesen. Die 4. Etappe der Polen-Rundfahrt führt in die Berge, und bei Bora-hansgrohe werden nun andere Fahrer ins Rampenlicht rücken. "Ich bin mehr als glücklich, dass ich das Führungstrikot tragen durfte. Nun möchte ich meine Teamkollegen die nächsten Tage genauso unterstützen, wie sie mich in den letzten Tagen", so Ackermann.

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