Koch und Lippert glänzen in Plouay

Sturz, Hügel und “Goat“ Vos können Bredewolds Sieg nicht verhindern

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Sturz, Hügel und “Goat“ Vos können Bredewolds Sieg nicht verhindern"
Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) jubelt in Plouay zum dritten Mal in Folge. | Foto: Cor Vos

30.08.2025  |  (rsn) – Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) hat zum dritten Mal in Folge die Classic Lorient Agglomération (1.WWT) gewonnen. Sie war nach 165 Kilometern in Plouay schneller als Marianne Vos (Visma – Lease a Bike), die ihre früh losgefahrene Landsfrau zwischenzeitlich schon überspurtet hatte. Dritte wurde mit Eline Janssen (Volker Wessels) eine weitere Niederländerin. Den vierten Rang belegte Eleonora Gasparrini (UAE – ADQ) vor Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly).

Franziska Koch (Picnic – PostNL) und Liane Lippert (Movistar) zeigten an den Hügeln sehr starke Vorstellungen und waren kurz vor dem Ziel Teil einer sechsköpfigen Spitzengruppe. Die Deutsche Meisterin konnte ihre Leistung mit einem achten Platz belohnen, Lippert musste mit Rang 21 zufrieden sein.

Bredewold hatte hingegen Probleme an den Anstiegen, war dann aber im Sprint die Stärkste. “Ich kann es wirklich gar nicht glauben“, sagte sie, bevor ihr die Tränen in die Augen schossen. “Ich bin mit meiner Großmutter im Hinterkopf gefahren, denn wir haben diese Woche schlechte Neuigkeiten bekommen. Ich wollte diesen Sieg heute wirklich für sie einfahren“, erzählte sie weiter.

Nach Bredewolds siebtem Saisonerfolg sah es aber zunächst nicht aus. Sie war auf regennasser Fahrbahn gestürzt, wurde im Finale von Lippert abgehängt und auf der Zielgerade im vollen Sprint von Vos überspurtet. “Ich muss das alles wirklich erstmal verarbeiten. Das Team hat mir fantastisch geholfen. Sie haben immer an mich geglaubt. Das hat mir Flügel gegeben. Und der Sturz hat mir vermutlich Glück gebracht, denn vor zwei Jahren war mir das auch schon passiert und auch da hatte ich gewonnen“, lachte sie.

Jener Sieg und der des Vortages halfen ihr dann auf der Zielgerade. “Ich kenne die Ankunft hier sehr gut und weiß, wie ich meinen Sprint timen muss. Trotzdem kam Marianne an mir vorbei und blieb da auch eine ganze Zeit. Ich wusste, dass ich es weiter probieren muss, denn lange Sprints liegen mir und ich konnte sie gerade noch so zurücküberholen. Es war verrückt“, sagte Bredewold. “Sie zu schlagen ist toll. Sie ist der 'Goat'. Sie ist eine enorme Inspiration und eine Legende“, fügte sie an.

So lief die Classic Lorient Agglomération:

Lucinda Brand (Lidl – Trek) und Sabrina Stultiens (VolkerWessels) hatten sich mit Josie Nelson (Picnic – PostNL) rund 70 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt. Der Britin ging es nach 30 Kilometern zu schnell, sodass die Niederländerinnen im Regen allein weiterzogen. Gesellschaft bekamen sie im Finale von Koch, Gasparrini und Femke de Vries (Visma – Lease a Bike), die mit noch 14 zu fahrenden Kilometern aus dem Feld angriffen und ihren Rückstand eingangs der letzten neun Kilometer überbrückten.

An einem Hügel 4,5 Kilometer vor dem Ziel warf Koch mit einer Attacke Stultiens und Brand über Bord, während 15 Sekunden dahinter Lippert im Feld angriff. Pauline Ferrand–Prevot (Visma – Lease a Bike) und Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ) konnten folgen und schlossen 500 Meter später zur Spitze auf. Dieses Sextett nahm 3,5 Kilometer vor dem Ziel den letzten Anstieg in Angriff. Gasparrini hängte mit einer Tempoverschärfung ihre Kapitänin ab, was zu Verwirrung und schließlich zum Warten führte.

Das Streckenprofil der Classic Lorient Agglomération | Foto: Veranstalter

So kamen 21 Fahrerinnen zusammen. Es folgten einige erfolglose Attacken, an denen sich auch die sehr stark fahrenden Koch und Lippert beteiligten. Als es zum Sprint kam, waren es dann aber die Niederländerinnen, die die Oberhand behielten.

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