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31.08.2025 | (rsn) – Arnaud De Lie (Lotto) hat auch im Westen Frankreichs seine bestechende Spätform eindrücklich unter Beweis gestellt . Der 23-jährige Belgier, zuletzt Gewinner der Renewi Tour, sicherte sich die 89. Ausgabe der Bretagne Classic - Ouest-France (1.UWT) nach knapp 262 Kilometern rund um das westfranzösische Plouay im Massensprint vor dem Franzosen Emilien Jeannière (TotalEnergies) und dem Niederländer Olav Kooij (Visma – Lease a Bike), der auf der breite Zielgerade früh das Finale eröffnet hatte.
Vierter wurde der französische Vorjahreszweite Paul Magnier (Soudal – Quick-Step), Rang fünf sicherte sich der Eritreer Biniam Girmay (Intermarché – Wanty). Der Australier Michael Matthews (Jayco – AlUla), der sein erste Rennen seit seinem Sieg bei Eschborn – Frankfurt am 1. Mai bestritt, überzeugte als Achter. Vorjahressieger Marc Hirschi (Tudor) belegte zeitgleich mit dem Sieger Platz 44, die vier deutschen Starter spielten keine Rolle.
“Hier in Plouay ist es immer ein schwieriger Sprint, aber mein Timing war heute einfach perfekt“, kommentierte De Lie seinen vierten Saisonsieg. “Ich freue mich sehr darüber. Es ist eines meiner Lieblingsrennen im Kalender.“
Dennoch hatte es bisher nur zu zwei vierten Plätzen in Plouay gereicht, weshalb sich der Lotto-Kapitän diesmal für eine andere Herangehensweise entschied. “Heute war es an der Zeit, clever zu fahren. Ich musste die Tempoverschärfungen an den Anstiegen überstehen und der Hauptgruppe folgen.“ Diese Taktik sollte sich auszahlen, nachdem eine späte Ausreißergruppe am Schlusskilometer wieder gestellt worden war. “Ich bin dann Olav Kooij gefolgt. Es hat funktioniert, deshalb bin ich sehr zufrieden“, fügte er an.
Bei der 89. Ausgabe des bretonischen Traditionsrennens waren 4.352 Höhenmeter zu bewältigen und damit rund 1.000 mehr als noch im Vorjahr. Zudem wurde das Finale verändert. Auf den letzten gut 25 Kilometern standen die Côte de Marta (1 km.7,8 %), die Côte de Kerscoulan (1,5 km,4,3 %) und sowie vier Kilometer vor dem Ziel die Côte de Lezot (700 m, 5,1 %) an.
Dominiert wurde das Rennen über lange Zeit von einer fünfköpfigen Ausreißergruppe um den Schweizer Silvan Dillier (Alpecin – Deceuninck), den Briten Lewis Askey (Groupama – FDJ) und den Spanier Oscar Rodriguez (Ineos Grenadiers). Auf hügeligem Terrain gewährte das Feld dem Quintett maximal fünf Minuten Vorsprung, der bei Halbzeit des Rennens auf rund eine Minute geschrumpft war. Bereits gut 90 Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe wieder im Feld verschwunden.
25 Kilometer später nutzte Kasper Asgreen (EF Education – EasyPost) die Gunst der Stunde und löste sich aus dem Feld, in dem es zuvor zu zahlreichen Attacken gekommen war. Der Däne fuhr sich innerhalb weniger Kilometer fast zwei Minuten Vorsprung heraus. Davon ließen sich die Verfolger aber nicht aus der Ruhe bringen. Als der Belgische Meister Tim Wellens (UAE Emirates – XRG) schließlich eingangs der letzten 40 Kilometer die Spitze des Feldes übernahm, schrumpfte der Abstand schnell zusammen, schließlich war Asgreens Flucht 34 Kilometer vor dem Ziel beendet.
Das Streckenprofil der 89. Bretagne Classic - Ouest-France | Foto: Veranstalter
Danach drückten UAE und Bahrain weiter aufs Tempo, ehe Bahrain-Kapitän Pello Bilbao in einer Rechtskurve zu Boden ging. Zwar konnte der Spanier das Rennen fortsetzen, verpasste aber den Postabgang, als sich 25 Kilometer vor dem Ziel acht Fahrer um Brandon McNulty (UAE Emirates – XRG), Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und Aleksandr Vlasov (Red Bull – Bora – hansgrohe) lösten und sich rund 20 Sekunden Vorsprung herausfuhr. Das war jedoch nicht genug, so dass die aufmerksamen Verfolger die Gruppe nur wenige Kilometer später stellten.
Kurz bevor es auf die 15 Kilometer lange Schlussrunde ging, zog Valentin Madouas (Groupama – FDJ) davon, doch auch der Gewinner der Ausgabe von 2023 kam nicht entscheidend weg, weil Soudal – Quick-Step die Verfolgungsarbeit übernahm. Neun Kilometer vor dem Ziel schlossen Louis Barré (Intermarché - Wanty, Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe) und der starke McNulty zum Franzosen auf. Barré attackierte kurz darauf seine Begleiter, die 2,5 Kilometer vor dem Ziel aber die Lücke wieder schlossen. Dahinter sorgte der zweimalige Weltmeister Julian Alaphilippe (Tudor) für Tempo und führte das Feld mit den Sprintern eingangs des Schlusskilometers an das Quartett heran.
Im folgenden Sprint der gut 50 Fahrer starken Kopfgruppe kämpfte De Lie den früh angetretenen Kooij regelrecht nieder und holte sich nach dem Gesamtsieg bei der Renewi Tour nun auch das prestigeträchtige französische WorldTour-Rennen durch die Bretagne. Kooij dagegen musste auch noch Jeannière an sich vorbeiziehen lassen und sich mit Rang drei begnügen.
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