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10.07.2026 | (rsn) - Recht locker und entspannt wirkt Max Kanter (XDS – Astana) bei dieser Tour de France. Es ist sein erster Auftritt bei der Großen Schleife, aber er wirkt abgeklärt wie ein Routinier. “Ich denke, ich habe mich gut vorbereitet. Und klar gehört der Kopf auch ein bisschen dazu“, meinte er hoch oben am Pyrenäengipfel von Gavarnie am Ende der 6. Etappe.
Da hatte er seine erste Tourmalet-Erfahrung, die erste auf alle Fälle im Wettkampf, gerade hinter sich. “Der Tourmalet war zum Ende hin schon hart, aber wir hatten zum Glück ein gutes Gruppetto. Und dadurch konnte ich den Berg ganz gut überleben und in der Abfahrt wieder ein bisschen gutmachen“, sagte Kanter zu RSN. ___STEADY_PAYWALL__
Vorher hatte er sich noch im Zwischensprint gezeigt, dort erneut Punkte geholt, 16 waren es für Platz drei, womit er sich auf Rang zwei der Sonderwertung verbesserte, allerdings mit deutlichen 75 Zählern Rückstand auf den souveränen Mads Pedersen (Lidl – Trek). “Das ist jetzt kein Hauptziel Nummer eins“, dämpfte er auch deshalb die Erwartungen all jener, die in dem Cottbuser schon den Wiedergänger des Berliner Grün-Abonnenten Erik Zabel sehen, der bekanntlich sechs Mal die Punktewertung gewonnen hat.
Max Kanter (XDS – Astana, li.) auf der 6. Etappe der Tour de France. | Foto: Cor Vos
Aber auf alle Fälle will Kanter bereit sein, wenn sich die Chance aufs Trikot bietet. Dafür fängt er schon früh an zu sammeln. “Ich bin ein sehr beständiger Sprinter“, schätzte er sich selbst ein. Und das verschafft ihm natürlich die Möglichkeit, bei vielen Gelegenheiten vorn mit dabei zu sein. “Wir gucken einfach von Tag zu Tag und versuchen es immer mal wieder. Und wenn es sich ergibt, wenn die Punkte da sind, dann versuchen wir, sie auch mitzunehmen“, erklärte er RSN.
Das klingt nach Eichhörnchentaktik. Es ist aber mehr. Denn Kanter und sein erfahrener Sprintzug um den Niederländer Mike Teunissen kreieren erst die Gelegenheiten, die das Punktesammeln überhaupt ermöglichen. XDS - Astana hat in der letzten Saison, als es um den Erhalt der WorldTour-Tour-Lizenz ging, gelernt, sich Tag für Tag zwar kleinere, aber eben auch realistische Ziele zu setzen – und die dann auch zu erreichen.
Diese Kompetenz wendet das Team jetzt auch auf der größten Bühne des Radsports an. Der zweite Platz von Pau verhilft Kanter & Co. zu noch mehr Vertrauen in die eigenen Mittel. “Das ist natürlich definitiv gut für die Moral, auch für das gesamte Team, dass wir da waren und uns zeigen konnten. Und das gibt uns Selbstvertrauen für die nächsten Tage“, schätzte er gegenüber der ARD ein.
Kanter belegt hinter dem souveränen Mads Pe-dersen (Lidl – Trek) den zweiten Rang in der Punktewertung. | Foto: Cor Vos
Die 7. Etappe am Freitag nach Bordeaux bietet ihm zudem eine erneute Chance auf den ganz großen Coup. “Ja, es wird wieder wahrscheinlich ein Sprint werden. Ich hoffe, dass wir wieder einen ordentlichen Job im Finale machen können. Wir werden morgen im Bus besprechen, wie wir das Finale genau angehen. Aber ich kann mich auf meine Teamkollegen verlassen. Und dann schauen wir mal, was geht“, meinte er so gelassen wie konzentriert und optimistisch.
Radsport-Deutschland kann sich auf einen Sprinter freuen, bei dem es etwas dauerte, bis der Knoten platzte, der jetzt, im Alter von 28 Jahren, aber bereit scheint für den Kampf mit den ganz Großen.
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