Profi-Radsport

Gestürzter Zabel verpasst Hattrick und verliert Weltcup-Führung

23.03.2002 -

San Remo (dpa) - Erik Zabel hat den Hattrick bei Mailand - San Remo verpasst. Zwei Zwangstopps mit wertvollen Sekundenverlusten nach Stürzen anderer Fahrer 28 km vor dem Ziel waren verantwortlich dafür: Der als Weltranglisten-Spitzenreiter gestartete Berliner Rad-Profi fuhr beim Weltcup-Auftakt an seinem insgesamt fünften Sieg seit 1997 vorbei.

Im Schlussspurt auf der Via Roma musste der deutsche «Sportler des Jahres» nach 287 km in San Remo Mario Cipollini den Triumph überlassen und verlor zugleich die Führung in der Rangliste an den Niederländer Erik Dekker, der nach einem Sturz mit Verdacht auf Beckenbruch ins Krankenhaus gekommen war.

Der Italiener Cipollini, am Vortag 35 Jahre alt geworden, feierte bei frühsommerlichen Temperaturen den ersten Sieg eines Einheimischen in San Remo seit Gabriele Colombo 1996. Im Massensprint war ihm auf der Via Roma keiner gewachsen; der Amerikaner Fred Rodriguez wurde vor Markus Zberg (Schweiz) Zweiter. Alexander Winokurow war als bester Telekom-Fahrer in der großen Spitzengruppe dabei, hatte aber mit der Entscheidung nichts zu tun. Bei der Siegerehrung hatte Cipollini seine kleine Tochter auf dem Arm. Zabel zeigte sich als fairer Verlierer: «Ich gönne `Cipo` den Sieg.»

«Erst ist mir jemand von hinten ins Rad gefahren, dann musste ich bei der Aufholjagd nach der Spitzengruppe ein zweites Mal stoppen, weil Dekker gestürzt war. Beim Anstieg auf die Cipressa war praktisch alles gegen mich gelaufen. Da wusste ich, dass nichts mehr zu machen ist. So ist das Leben», sagte der als Favorit gestartete Zabel, bisher in San Remo 1997, 1998, 2000 und 2001 Sieger. Wegen der Arithmetik der Weltranglisten war vor dem Rennen klar, dass Zabel die Führung verlieren würde, wenn er nicht erneut gewinnt.

Nach seinem ersten Zwangsstopp hatte er versucht, sich wieder nach vorn zu arbeiten. Mit Hilfe seiner Team-Kollegen Andreas Klier und Kai Hundertmarck war er auf gutem Weg, aber dann musste der Telekom- Kapitän wieder kurz vom Rad. Beim Aufstieg auf die Cipressa war er nicht dabei und auch nicht beim Anstieg auf den Poggio 8 km vor dem Ziel, wo der Paris-Nizza-Sieger Winokurow als einziger Telekom-Fahrer noch die Fahne hoch hielt. Zabel erreichte das Ziel in einer zweiten Gruppe, war zwar maßlos enttäuscht, wirkte aber gefasst.

Kurz vor dem für Zabel folgenschweren Sturz war eine Flucht mehrerer Fahrer - darunter Ex-Weltmeister Abraham Olano aus Spanien und der Bonner Torsten Schmidt - beendet.

Live-Ticker