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21.07.2005 - (sid) - Ivan Basso hat derzeit allen Grund zum Lachen. Der Italiener vom Team CSC liegt auf Rang zwei der Gesamtwertung und wird diesen voraussichtlich auch bis nach Paris verteidigen. Und wer den fröhlichen Italiener bei der Tour de France erlebt, würde ihm kaum zutrauen, dass er seine Konkurrenten wann immer möglich attackiert und ihre Schwächen gnadenlos ausnutzt. Doch seine Freundlichkeit hindert den 27-Jährigen nicht am Erfolg. "Wer gewinnen will, braucht kein aggressives Gesicht, sondern aggressive Beine", sagt Basso, der nur den Ausnahmefahrer Lance Armstrong im Gesamtklassement vor sich hat.
Basso könnte Armstrongs Nachfolge antreten
Das Gelbe Trikot wird er dem US-Amerikaner bis zum Tour-Finale am Sonntag in Paris wohl nicht mehr abjagen können. Doch der Kapitän des dänischen CSC-Rennstalls gilt bei vielen schon als legitimer Nachfolger des scheidenden Seriensiegers. "Ivan hat gezeigt, dass er die Tour gewinnen kann, er kann der Mann nach Armstrong sein", ist CSC-Teamchef Bjarne Riis überzeugt. Der Toursieger von 1996 verlängerte Anfang der Woche den Vertrag mit Basso um zwei Jahre bis 2008: "Bei uns bekommt er die Unterstützung, die er als künftiger Tour-Gewinner braucht."
Zahlreiche andere Angebote schlug der Tour-Dritte des vergangenen Jahres dagegen aus. Unter anderem eines von Armstrongs Team Discovery Channel, dem er eine höfliche Absage erteilte: "Dass sich das beste Team der Welt für mich interessiert, ist eine große Ehre, aber ich fühle mich bei CSC sehr wohl." Riis glaubt zu wissen, warum: "Bei uns kann Ivan er selbst sein. Er ist kein zweiter Armstrong, aber das muss er auch nicht sein, um Erfolg zu haben."
Armstrong und Basso hegen großen Respekt
Auch wenn Armstrong und Basso vom Typ ganz unterschiedlich sein mögen, sind sie einander doch sehr sympathisch. Als Bassos inzwischen verstorbene Mutter im vergangenen Jahr an Krebs erkrankte, erhielt er einen Anruf des Amerikaners, der ihm die Unterstützung seiner nach der Heilung vom Hodenkrebs 1998 entstandenen Krebshilfestiftung (Lance Armstrong Foundation) anbot. Am Ende des Gesprächs, das in einem dänischen Dokumentarfilm über die Tour 2004 aufgezeichnet ist, versicherte Basso, er würde sich freuen, wenn er die angebotene Hilfe erwidern könnte. Diese Aussage wurde teilweise als "Nichtangriffspakt" zwischen den beiden Sportlern interpretiert.
2006 soll Basso hingegen nichts mehr vom Sturm auf den Thron abhalten. "Nächstes Jahr werde ich bereit sein", sagt der Gewinner der Tour-Nachwuchswertung von 2002. Auch beim T-Mobile Team hat man für die Nach-Armstrong-Ära vor allem Basso auf der Rechnung. "Der Sieg wird nächstes Mal nur über Ivan gehen", glaubt der letztjährige Tour-Zweite Andreas Klöden.
Basso 2006 unter Druck
Basso selbst weiß, dass das Rennen für ihn ohne Armstrong nicht unbedingt leichter wird: "Bei der Tour 2006 werde ich sehr viel Druck haben." Den hatte er dieses Jahr schon beim Giro d´Italia, wo er im Mai als Favorit antrat, wegen einer Magen-Darm-Infektion aber um alle Sieg-Chancen gebracht wurde. Riis traut seinem Schützling dennoch zu, in Zukunft zum beherrschenden Fahrer im Radsport zu werden. "Ivan hat seine Möglichkeiten noch gar nicht ausgeschöpft. Er wird sich weiterentwickeln und noch stärker werden."
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