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17.09.2006 - Salzburg (dpa) - Erik Zabel fährt noch die Vuelta, im Geiste ist er aber längst auf dem Weltmeisterschafts-Kurs in Salzburg.
«Der WM-Parcours ähnelt dem von Lissabon, an den ich ganz gute Erinnerungen habe. Er ist schwer, aber auch offen für viele taktische Möglichkeiten», sagte der 36-jährige Berliner vor den Titelrennen in der Mozart-Stadt. Sein zweiter diesjähriger Vuelta-Etappensieg im Finale in Madrid ist die richtige Motivation für die Reise nach Österreich.
Trotz einer langen Saison, die im Winter mit 6-Tage-Rennen und dem ersten Wettkampf im Januar in Katar begann, fühlt sich der Milram-Kapitän noch nicht müde: «Ich bin immer viele Rennen gefahren. Ich fühle mich jetzt sogar besser als am Anfang der Saison, was auch mein Etappensieg in Caceres bei der Vuelta gezeigt hat.» Zabel liegt der Herbst - im letzten Jahr erlebte er mit dem Sieg bei Paris-Tours ein ungeahntes Leistungshoch.
Bei Weltmeisterschaften ist Zabels Tendenz steigend: Von Platz 5 (2001) weist die Kurve über Platz 3 (2002) und Platz 2 (2004) nach oben. In einer simplen mathematischen Reihe winkt 2006 also das Regenbogentrikot. Für dieses Ziel nahm Zabel nach der Tour de France die Strapazen der Spanien-Rundfahrt auf sich. Seine wichtigsten Rivalen konnte er dabei aufmerksam studieren.
«Am meisten wird man bei der WM auf Paolo Bettini und Alejandro Valverde aufpassen müssen», sagte Zabel. Olympiasieger Bettini aus Italien, der sich vorzeitig aus Spanien verabschiedete, habe laut Zabel «hier sehr viel gearbeitet. Er und Valverde befinden sich auf dem selben Top-Niveau.»
Nach den Absagen von Andreas Klöden und Jens Voigt ist Zabel unumschränkter Leitwolf der neunköpfigen deutschen National-Mannschaft für das WM-Finale über 265,9 Kilometer. Wie die Aufgabenverteilung im Rennen selbst sein wird, lässt er jetzt aber noch offen. Immerhin werden dem jungen Stefan Schumacher aus Nürtingen vom Team Gerolsteiner nach dessen Super- Saison mit Tagessiegen beim Giro d`Italia (zwei) und Gesamterfolgen in der Benelux- und Polen-Rundfahrt mindestens so viele Chancen wie Zabel eingeräumt.
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