Mit sofortiger Wirkung

T-Mobile: Sponsor steigt aus

27.11.2007  |  Bonn (dpa/Ra) - Die Deutsche Telekom AG wird das Radsport-Sponsoring des T-Mobile Männer- und Frauen Teams mit sofortiger Wirkung beenden. Diese Entscheidung traf der Vorstand des Bonner Telekommunikations-Konzerns, der seit 1991 im Profi-Radsport engagiert war.

«Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um uns und die Marke T-Mobile von den jüngsten Doping-Erkenntnissen im Sport und speziell im Radsport zu distanzieren», begründete Telekom-Vorstand und T-Mobile International Vorstandsvorsitzender Hamid Akhavan das Ende der 16-jährigen Ära. Sowohl das Männer- als auch das Frauen--Team werde nicht länger unterstützt. Noch am 9. August hatte der Konzern vertraglich zugesichert, bis 2010 dem Radsport treu zu bleiben.

Linus Gerdemann, der nach seinem Etappengewinn bei der Tour de France als «neue deutsche Hoffnung» nicht nur vom T-Mobile-Team gefeiert wurde, traf die Neuigkeit im Trainingslager auf Mallorca: «Ich muss mir erst über das Ganze jetzt erst mal Gedanken machen. Vor Morgen kann ich dazu nichts sagen.»

Für die Auflösung seines Vertrags mit T-Mobile dürfte Stapleton eine satte Abfindung erhalten. Der Wert des Vertrags bis 2010 wird insgesamt auf bis zu 40 Millionen Euro geschätzt. «Über die getroffene Vereinbarung zwischen Sponsor und Stapleton ist Stillschweigen vereinbart worden», sagte Team-Sprecher Stefan Wagner der Deutschen Presse-Agentur dpa. Jetzt gehe es darum, beim Weltverband UCI die Umbenennung des Teams auf den Firmennamen Stapletons zu beantragen. In den vergangenen Tagen sei «über die Auflösung des bis 31. Dezember 2010 geschlossenen Vertrages in beiderseitigem Einvernehmen verhandelt worden, teilte die Telekom mit.

Trotz der Doping-Geständnisse ehemaliger Magenta-Profis wie Erik Zabel und Rolf Aldag hatte T-Mobile noch am 9. August die Fortsetzung des Sponsoring-Engagements angekündigt. «Wer verändern will, darf nicht weglaufen», hatte T-Mobile-Kommunikationsdirektor Christian Frommert damals erklärt. Doch nach den Aussagen des Kronzeugen Sinkewitz, der für das vergangene Jahr umfassendes Eigenblut-Doping beim T-Mobile-Team schilderte, zog das Unternehmen die Reißleine. Damit steht der deutsche Profi-Radsport vor der größten Zerreiß- Probe, da bereits zuvor Gerolsteiner den Rückzug nach 2008 und das Wiesenhof-Team zum Ende diesen Jahres angekündigt hatten.

«Angesichts unserer langjährigen Unterstützung für den Profiradsport und der Fortschritte, die das Management um Bob Stapleton zuletzt machte, ist uns dies nicht leicht gefallen», sagte Akhavan. Der Konzern habe aber auch eine Verpflichtung gegenüber seinem Kerngeschäft und damit den Mitarbeitern, Kunden und Aktionären. «Wir haben mit dem aktuellen Team-Management hart daran gearbeitet, für einen sauberen Radsport einzutreten. Wir haben uns aber nun dazu entschieden, unsere Mittel an anderer Stelle einzusetzen.» Die Entscheidung sei nicht wegen Unstimmigkeiten mit dem Team-Management oder dessen Fehlverhalten getroffen worden, betonte er. Der Konzern werde seinen Verpflichtungen im Anti-Doping-Kampf durch eine «nennenswerte Summe» nachkommen.

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